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Oberdorf geht "das Herz auf": Bayern holen Supercup
Erstes Pflichtspiel, erster Titel – 410 Tage nach ihrer schweren Verletzung hat sich Lena Oberdorf mit den Fußballerinnen des FC Bayern zum Supercup-Sieger gekürt. Beim Debüt der 23-Jährigen im Bayern-Trikot setzten sich die Double-Gewinnerinnen der vergangenen Saison am Samstagnachmittag in Karlsruhe gegen Vizemeister VfL Wolfsburg mit 4:2 (2:0) durch. Auch der neue FCB-Coach José Barcala, der Oberdorf in Hälfte zwei eingewechselt hatte, feierte somit einen erfolgreichen Einstand.
"Es macht mich unheimlich glücklich, wieder hier zu sein und Fußball zu spielen", sagte Oberdorf nach dem Erfolg bei MagentaSport: "Ich bin extrem froh, wieder auf dem Platz zu sein und die Menge toben zu hören. Das sind schöne Momente, da geht einem das Herz auf."
Magdalena Eriksson (18.), Jovana Damnjanovic (25.), Lea Schüller (72.) und Georgia Stanway (78., Foulelfmeter) sorgten mit ihren Toren für den nächsten Titeljubel bei den Bayern, der Treffer durch Vivien Endemann (57.) war für Wolfsburg zu wenig, das zudem durch die Gelb-Rote Karte für Justine Kielland (76.) geschwächt wurde. Janina Minge (88.) verkürzte spät noch einmal mit einem verwandelten Foulelfmeter, den Oberdorf verursacht hatte. "Alles im ersten Spiel abgehakt", sagte sie später lachend.
Der neue VfL-Trainer Stephan Lerch, der die Wölfinnen bereits von 2017 bis 2021 gecoacht hatte, bekam somit schon eine Woche vor dem Bundesligastart vor Augen geführt, dass die Jagd auf die Münchnerinnen auch in der anstehenden Spielzeit ein schwieriges Unterfangen werden dürfte.
Mit Spannung war im Vorfeld der Partie das Comeback der deutschen Nationalspielerin Oberdorf, die im Juni 2024 eine schwere Kreuz- und Innenbandverletzung erlitten hatte und daher bis zum Samstag noch kein Pflichtspiel für die Bayern absolviert hatte, erwartet worden. "Sie ist wirklich fit, sie kommt schnell voran und ist sehr nah an ihrer Bestform", sagte Barcala über die Abräumerin, die vor einem Jahr aus Wolfsburg nach München gewechselt war.
In seiner Anfangsformation verzichtete der Spanier allerdings auf Oberdorf, die von der Bank aus sah, wie ihre Teamkolleginnen von Beginn an die Spielkontrolle übernahmen und gehörig Offensivdrang entwickelten. Bereits Stanway hatte die Führung auf dem Fuß (9.), kurz darauf traf Eriksson traumhaft per Linksschuss von der Strafraumkante in den Winkel.
Der Widerstand des VfL war vorerst gebrochen, Bayern dominierte - und erhöhte, als Damnjanovic einen überfallartigen Angriff nach einem Einwurf in der eigenen Hälfte wuchtig abschloss. Erst nach diesem neuerlichen Rückschlag ließ Wolfsburg eine Reaktion erkennen. Lineth Beerensteyn traf bei einer Doppel-Kopfballchance erst die Latte, dann zielte sie knapp vorbei (35.). Ihr Team zeigte fortan mehr Mut im Spiel nach vorne und konnte die Partie nun ausgeglichen gestalten, an dem verdienten Rückstand zur Pause änderte das nichts.
Nach Wiederanpfiff blieben Großchancen auf beiden Seiten zunächst aus - bis Endemann auf dem Gewühl heraus nach einer Ecke zum etwas überraschenden Anschluss traf. In der 62. Minute brandete dann lautstarker Applaus im Wildpark auf, als Oberdorf eingewechselt wurde. Nur wenig später konnte sie auch erstmals wieder auf dem Feld jubeln, als Schüller mit einem sehenswerten Drehschuss den alten Abstand wiederherstellte. Kurz darauf erhöhte Stanway per Elfmeter. Oberdorf sah gleich bei ihrem Debüt für das Foul an Beerensteyn vor dem Strafstoß Gelb.
W.Moreno--AT