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Bach dämpft deutsche Olympia-Ambitionen
Olympia in Deutschland? Thomas Bach würde sich darüber "riesig freuen". Doch aufgrund der Einreisebeschränkungen als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine käme - zumindest derzeit - das Heimatland des IOC-Präsidenten als Gastgeber nicht infrage. "Das IOC kann Spiele nur dorthin vergeben, wo seine Regeln respektiert werden. Dazu gehört, dass jeder vom IOC akkreditierte Teilnehmer einreisen darf", erklärte Bach beim Stuttgarter Sportgespräch.
An Interessenten für die Sommerspiele 2036, mit denen auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) liebäugelt, mangelt es dem Internationalen Olympischen Komitee ohnehin nicht. "Eine gesunde zweistellige Anzahl an Interessenten" gibt es laut Bach, 13 Jahre vor der Eröffnungsfeier sei die Ringe-Organisation "nie in einer so guten Lage" gewesen. Als großer Favorit darf Indien gelten, das bei der IOC-Vollversammlung im Oktober in Mumbai mit Verve seinen Hut in den Ring warf. Laut Bach stünden auch für 2040 schon "einige" Interessenten bereit.
Der DOSB lotet derzeit die gesellschaftliche Unterstützung für eine mögliche Bewerbung aus, Kandidaturen wären dabei für die Sommerspiele 2036 oder 2040 sowie für die Winterspiele 2038 oder 2042 vorstellbar. Interesse an einer Ausrichtung haben fünf Städte beziehungsweise Regionen bekundet: Berlin, Hamburg, München (mit Bayern), Leipzig (mit Sachsen) und Nordrhein-Westfalen. Mit mindestens zwei und maximal vier Orten würde der Deutsche Olympische Sportbund ins Rennen gehen.
Am 2. Dezember will die DOSB-Mitgliederversammlung die "Frankfurter Erklärung" verabschieden, in der Richtlinien für eine Bewerbung definiert werden sollen. "Lassen wir der Diskussion im DOSB freien Lauf", sagte Bach (69), der dem deutschen Dachverband bis zu seiner Wahl zum IOC-Chef im Jahr 2013 vorgestanden hatte.
Die nächsten drei Sommerspiele sind an Paris (2024), Los Angeles (2028) und Brisbane (2032) vergeben, das nächste Winter-Olympia findet 2026 in Mailand/Cortina d'Ampezzo statt. Die Gastgeber der Spiele 2030 und 2034 werden im kommenden Jahr in einer Doppelvergabe benannt.
A.O.Scott--AT