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Hoeneß: Basketballer "bestes Beispiel" für die Fußballer
Bayern Münchens Uli Hoeneß hat zu großer Konsequenz bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer aufgerufen und die frischgebackenen Basketball-Weltmeister zum Vorbild für den deutschen Fußball erklärt. Diese stünden "als Synonym dafür, was in Deutschland passieren muss", sagte Hoeneß der Süddeutschen Zeitung (Samstagausgabe): "Das war seit Jahren das beste Beispiel dafür, wie man mit harter Arbeit und Teamwork Ziele erreichen kann."
Der neue Bundestrainer müsse laut dem erklärten Basketball-Fan Hoeneß ("Ich habe alle Spiele gesehen") deshalb ein Fachmann mit einem klaren Plan sein. Es sei jetzt "nicht die Zeit für Experimente", sagte der 71-Jährige, "der deutsche Fußball braucht jetzt jemanden, der mit allem hier vertraut ist. Und in meinen Augen auch jemanden, der klar sagt: Das ist mein System, das sind meine 14, 15 Spieler, und das ziehen wir so durch. Und wenn es mal eine Niederlage gibt: egal, weitermachen. Der neue Trainer muss jetzt gnadenlos seinen Weg gehen."
Der neue Mann müsse auch "ungemein charismatisch sein", sagte Hoeneß, und Spieler in die richtige Bahn führen, die mitunter "zu schnell zufrieden zu sein" schienen. Es würde Hoeneß auch "überhaupt nicht stören", wenn der neue Bundestrainer nur bis zur Europameisterschaft im kommenden Sommer im Amt bleibe. Der neue Trainer solle deshalb "den Laptop zu Hause lassen und erst mal über die Emotion kommen".
Zum möglichen Kandidaten Julian Nagelsmann, der beim FC Bayern als Trainer glücklos war, sagte Hoeneß, dass er ihm das Amt "grundsätzlich schon zutrauen" würde. Er sei "ein großer Freund" von Louis van Gaal, "aber ich weiß nicht, ob er zur Verfügung steht. Und ganz allgemein finde ich: Es ist nicht so einfach, jemanden von außen zu holen. Pep Guardiola würde ich nehmen. Aber der steht natürlich nicht zur Debatte."
Hoeneß selbst habe von der Freistellung Flicks erst nach dem Basketball-Endspiel erfahren. "Ich war total gebannt von diesem Finale", sagte Hoeneß, der die DFB-Entscheidung, Flicks Demission in der Endphase des Spiels zu verkünden, als unglücklich ansieht.
"Es hätte gereicht, die Nachricht ein oder zwei Stunden später zu veröffentlichen, dann hätte man den Basketballern die einmalige Gelegenheit gelassen, exklusiv im Fokus der Sportöffentlichkeit zu stehen. Aber das war sicher nicht böse gemeint", sagte Hoeneß.
Dass der FC Bayern in Andreas Obst, Isaac Bonga und Niels Giffey nun gleich drei Basketball-Weltmeister hat, macht Hoeneß "stolz". Er habe immer die Hoffnung gehabt, "dass Basketball neben dem Fußball in Deutschland die zweite richtige Größe wird. Das muss der Basketball jetzt ausnutzen. Die Sportart muss nach dem WM-Sieg so selbstbewusst sein zu sagen: Von uns können die anderen lernen."
E.Flores--AT