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Spaniens Staatsanwaltschaft kündigt Vorermittlungen gegen Rubiales an
Die spanische Staatsanwaltschaft hat nach der Kuss-Attacke auf Nationalspielerin Jennifer Hermoso Vorermittlungen gegen Fußball-Verbandschef Luis Rubiales angekündigt. Sie werde untersuchen, ob es sich dabei um einen "sexuellen Übergriff" handeln könnte, teilte die Staatsanwaltschaft des höchsten Strafgerichts am Montag mit. Rubiales' Mutter trat unterdessen aus Protest gegen die massive Kritik an ihrem Sohn in einen Hungerstreik.
Die Staatsanwaltschaft rief Weltmeisterin Hermoso auf, sich binnen der nächsten 15 Tagen mit ihr in Verbindung zu setzen, um sich über ihre Rechte als Opfer zu informieren und gegebenenfalls Anzeige zu erstatten.
Rubiales, Präsident des spanischen Fußballverbandes RFEF, hatte nach dem WM-Triumph der Spanierinnen in Sydney am 20. August vor den Augen eines Millionen-Publikums Hermosos Kopf mit beiden Händen festgehalten und sie auf den Mund geküsst. Das übergriffige Verhalten hatte international Empörung ausgelöst. Am Samstag suspendierte der Fußball-Weltverband Fifa den 46-Jährigen für zunächst 90 Tage. Seit Montagmittag berät das spanische Sportgericht TAD zudem über eine von der Regierung beantragte weitere Sperrung des Verbandschefs.
Rubiales' Mutter Angeles Béjar begann am Montag ihre Protestaktion in der Divina-Pastora-Kirche im südspanischen Küstenort Motril, wie ein Familienmitglied vor dem Gotteshaus zu Journalisten sagte. Sie wolle so lange die Nahrung verweigern, bis Hermoso "die Wahrheit" über den Vorfall nach dem WM-Sieg der spanischen Frauen-Nationalmannschaft sage.
Rubiales leide unter "Schikane, die nicht fair ist", sagte die Cousine von Rubiales, Vanessa Ruiz Béjar. Er sei Opfer einer Vorverurteilung. "Wir wollen, dass Jenni die Wahrheit sagt, denn sie hat ihre Aussage drei Mal geändert", sagte Ruiz Béjar. Rubiales hatte versichert, der Kuss sei "gegenseitig, euphorisch und einvernehmlich" gewesen.
Die 33-jährige Hermoso wies das zurück. Sie habe "niemals" in den "übergriffigen" Kuss eingewilligt, erklärte sie am Freitag. Sie fühle sich vielmehr als Opfer eines "sexistischen Akts".
Das Gericht erklärte, die Vorermittlungen erfolgten mit Blick auf die "eindeutigen" Aussagen Hermosos, dass es sich nicht um eine einvernehmliche Vorgang gehandelt habe. Um das Verfahren vorantreiben zu können müsse "die Geschädigte oder ihr Rechtsbeistand Anzeige erstatten" oder die Staatsanwaltschaft Klage erheben, hieß es weiter. Sollte Hermoso den Verbandschef nicht anzeigen werde es für die Staatsanwälte allerdings "schwierig", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Justizkreisen.
D.Lopez--AT