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Erneute Bier-Attacke auf Schiri: Fröhlich verurteilt Vorfall
Der deutsche Profifußball muss sich erneut mit einem Angriff auf einen Unparteiischen beschäftigen. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag bekannt gab, wurde Schiedsrichter-Assistent Fabian Maibaum nach dem Schlusspfiff des Zweitligaspiels zwischen Aufsteiger SV Elversberg und Hansa Rostock (1:2) am Samstag in Saarbrücken von einem Zuschauer attackiert.
Als das Team um Referee Robert Kampka auf dem Weg in die Kabine war, schüttete der Besucher von der Tribüne aus dem Assistenten den Inhalt seines Bierbechers aus kurzer Entfernung gezielt ins Gesicht und auf den Körper - so die Darstellung des DFB.
Der Zuschauer wurde vom Ordnungspersonal sowie der Polizei identifiziert und ausfindig gemacht. Kampka hat den Vorfall im Spielbericht vermerkt. Über mögliche sportrechtliche Konsequenzen hinaus wird Maibaum Strafanzeige und Strafantrag bei der Polizei gegen den Besucher stellen.
Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich verurteilte den Vorfall scharf. "Wie weit soll das noch gehen? Wo soll das hinführen, für die betroffen Unparteiischen in allen Spielklassen, aber auch für das Image des Fußballs?", fragte Fröhlich, der Maibaum "jegliche Unterstützung" zusicherte. Respekt und Anstand müssen laut Fröhlich wieder sichtbare Kennzeichen des Fußballs werden, "sonst hat dieser Sport keine gute Zukunft".
Die Elversberger verurteilten den Vorfall "aufs Schärfste", entschuldigten sich bei Maibaum, und haben bereits Konsequenzen gezogen: "Für den restlichen Samstag wurde dem Täter ein Stadionverbot ausgesprochen; die Ankündigung des Dauerkarten-Entzugs ist im selben Moment mündlich und noch am Samstagabend in schriftlicher Form erfolgt. Darüber hinaus wird derzeit ein Stadionverbotsverfahren für ein bundesweit wirksames und langfristiges Stadionverbot eingeleitet."
Zuletzt wurde Drittliga-Absteiger FSV Zwickau nach einem ähnlichen Vorfall bestraft. Die Begegnung der Zwickauer gegen Rot-Weiss Essen war am 23. April beim Stand von 1:1 von Schiedsrichter Nicolas Winter abgebrochen worden, nachdem diesem beim Gang in die Kabine von einem Zwickauer Zuschauer Bier ins Gesicht geschüttet worden war. Das Sportgericht wertete die Partie mit 2:0 für Essen.
Fröhlich erkennt trotz der Sanktion keine Besserung. "Ich sehe keinen Lerneffekt aus den Vorfällen in den vergangenen zwei Jahren", sagte der Schiri-Chef. Die Angriffe gegen Referees reichten "von Becherwürfen und dem Beschütten mit Bier über beleidigende und abwertende Äußerungen sowie Diffamierungen in den sozialen Netzwerken bis hin zu Morddrohungen".
T.Sanchez--AT