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Rückschlag bei DFB-Frauen enttäuschen gegen Brasilien
Erst ein emotionaler Abschied, dann der schmerzhafte Rückschlag: Die deutschen Fußballerinnen haben 100 Tage vor dem Start der WM-Titelmission Down Under einen ordentlichen Stimmungsdämpfer hinnehmen müssen. Im 112. und letzten Länderspiel von Edeltechnikerin Dzsenifer Marozsan unterlag das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg Brasilien 1:2 (0:2) und enttäuschte trotz der Unterstützung von 32.587 Fans in Nürnberg über weite Strecken.
Vier Tage nach dem schmeichelhaften Erfolg (1:0) in den Niederlanden bestraften Tamires Britto (11.) und Ariadina Borges (38.) das DFB-Team, das im wichtigen Härtetest gegen die Selecao die erste Heimniederlage seit Oktober 2017 kassierte. Daran änderte auch der Treffer der eingewechselten Jule Brand (90.+2) nichts. Auf dem Weg zur WM-Titeljagd in Australien und Neuseeland (20. Juli bis 20. August) müssen sich die Vize-Europameisterinnen deutlich steigern.
Im Fokus stand zunächst Marozsan: Der DFB ehrte die Europameisterin von 2013 und Olympiasiegerin 2016 vor dem Anpfiff unter großem Applaus der Fans. Ab der 64. Minute durfte die 30-Jährige, lange Deutschlands beste Fußballerin, zum Abschluss ihrer glanzvollen, aber auch von gesundheitlichen Problemen geprägten Karriere im Nationalteam noch ein letztes Mal im DFB-Trikot aufs Feld.
Im Vergleich zur Partie in Sittard veränderte die Bundestrainerin ihre Startelf auf sechs Positionen - und verzichtete damit auf personelle Experimente. Neben Kapitänin Alexandra Popp rückten auch Kathrin Hendrich, Lina Magull, Klara Bühl und Lea Schüller ins Team, Ann-Katrin Berger ersetzte die angeschlagene Merle Frohms (Rücken) im Tor.
Und dennoch legten die DFB-Frauen ähnlich holprig los wie in den Niederlanden. Ohne die sechsmalige Weltfußballerin Marta bestrafte Brasilien Popp und Co. für die dürftige Anfangsphase mit zahlreichen Fehlern. Tamires staubte ab, nachdem die etwas zögerliche Berger zunächst noch gegen Gabi Nunes zur Stelle war. Sara Doorsoun hatte sich zuvor verschätzt.
Das deutsche Team fand auch in der Folge kaum Lösungen gegen den giftigen Südamerikameister. Es dauerte bis zur 23. Minute, ehe Popp mit einem Freistoß erstmals für Gefahr sorgte. Nach dem Weckruf suchte die DFB-Elf etwas schwungvoller den Weg nach vorne. Allerdings schlug erneut Brasilien zu: Eine Flanke von Ariadina segelte an allen vorbei ins lange Eck.
Popp blieb angeschlagen in der Kabine, und ohne die Kapitänin fiel Voss-Tecklenburgs Team offensiv weiter wenig ein. Die Brasilianerinnen, die am Donnerstag das Finalissima gegen Europameister England verloren hatten, agierten routiniert und waren der DFB-Elf technisch und körperlich überlegen. Immerhin feierte "Maskenfrau" Melanie Leupolz trotz Nasenbeinbruch im zweiten Durchgang ihr Comeback nach Babypause, dazu kam Marozsan für die letzte halbe Stunde aufs Feld.
Mit der Einwechslung der Ausnahmekönnerin von Olympique Lyon startete die deutsche Mannschaft die Schlussoffensive. Marozsan versuchte noch einmal alles, entscheidende Akzente setzte sie aber nicht. Sydney Lohmann verzog zudem knapp (84.), Brand traf zu spät.
E.Flores--AT