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Angeklagter: Brüssel-Attentäter wollten eigentlich in Paris zuschlagen
Die islamistischen Attentäter von Brüssel wollten 2016 eigentlich in Paris zuschlagen und nicht in der belgischen Hauptstadt. Das hat einer der Hauptangeklagten im Prozess um die Brüsseler Anschläge mit 32 Toten, Mohamed Abrini, am Donnerstag vor Gericht ausgesagt. "Der ursprüngliche Plan war es, Paris während der Fußball-Europameisterschaft zu treffen, und nicht Belgien", sagte Abrini.
Der heute 38-jährige Abrini bestätigte bei seiner Vernehmung vor dem Brüsseler Schwurgericht Angaben, die er bereits nach seiner Festnahme vor einigen Jahren gegenüber den belgischen Ermittlern gemacht hatte. Die Islamisten wollten Paris danach während der EM ab Juni 2016 bereits zum zweiten Mal treffen, nur gut ein halbes Jahr nach der Anschlagsserie vom 13. November 2015 mit 130 Toten.
Dieser Plan sei aber "nach der Verhaftung von Salah Abdeslam ins Wasser gefallen", sagte Abrini weiter. Abdeslam gilt als der einzige Überlebende der Pariser Anschläge und steht derzeit auch in Brüssel als mutmaßlicher Hintermann vor Gericht. Abrini sagte, ersatzweise habe die Terrorzelle dann am 22. März 2016 den Brüsseler Flughafen und die Metro ins Visier genommen.
Abrini machte vor Gericht auch Angaben dazu, warum er sich am Brüsseler Flughafen doch nicht in die Luft jagte, anders als zwei weitere Selbstmordattentäter. Er habe in der Warteschlange Frauen und Kinder gesehen und deshalb im letzten Moment vor der Tat zurückgeschreckt. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich das nicht mache", sagte Abrini.
Dem Belgier mit marokkanischem Doppelpass droht in dem Verfahren eine lebenslange Haftstrafe. Insgesamt sind in Brüssel neun Verdächtige wegen "Mordes und versuchten terroristischen Mordes" angeklagt. Der 33-jährige Abdeslam war zuvor bereits in Frankreich wegen der Anschläge von 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er bestreitet die Vorwürfe der belgischen Ermittler.
O.Ortiz--AT