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Schalke stürzt schon wieder ab: Pleitenserie geht weiter
Endlich ein Tor, aber wieder keine Punkte und kaum noch Hoffnung: Schalke 04 stürzt schon wieder ungebremst der zweiten Liga entgegen - und findet nicht einmal richtig in den Abstiegskampf. Beim 1:6 (0:4) gegen RB Leipzig ließen die Königsblauen jegliche Bundesliga-Tauglichkeit vermissen und weckten böse Erinnerungen: Nach der Hinrunde steht der Tabellenletzte mit lediglich neun Punkten und deutlichem Rückstand nur wenig besser da als in der Chaos-Saison vor zwei Jahren.
Andre Silva (7. und 44.) traf doppelt für die Leipziger, die nach dem 15. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage zumindest für eine Nacht auf den zweiten Rang kletterten. Die weiteren Tore erzielten Benjamin Henrichs (15.), Timo Werner (45.+2), Dani Olmo (83.) mit einem sehenswerten Heber und Yussuf Poulsen (89.). Soichiro Kozuki (56.) war für Schalke erfolgreich, für das sich auch unter dem neuen Trainer Thomas Reis wenig geändert hat: Nach nur einem Sieg in den vergangenen elf Bundesligaspielen und vier Toren in den letzten neun ist die Lage beim Aufsteiger ähnlich aussichtslos wie 2021, als der Traditionsklub ohne ernsthaften Widerstand abstieg.
Reis hatte auf die Torflaute reagiert und Zweitliga-Rekordtorjäger Simon Terodde erstmals seit Ende Oktober aus der Startelf gestrichen. Winter-Zugang Michael Frey, erst am vergangenen Freitag von Royal Antwerpen ausgeliehen, durfte als "neuer Spieler ohne Druck" sein Glück versuchen. Bei RB gab Werner sein Comeback in der Anfangsformation. Auch Mittelfeldspieler Konrad Laimer, der nach kicker-Informationen ab Sommer bei Bayern München unterschrieben hat, gehörte zur RB-Startelf.
Werner war maßgeblich an der frühen Führung der Gäste beteiligt, als er einen langen Ball festmachte und auf Silva weiterspielte, der weitgehend ungestört aus 20 Metern traf. Nur acht Minuten später war das Spiel eigentlich schon entschieden: Auch Henrichs kam nach Vorarbeit von Olmo völlig frei zum Schuss.
Leipzig kombinierte unbedrängt, Schalke lief nur hinterher. Zwischenzeitlich erinnerte die Partie an ein Erstrundenspiel im DFB-Pokal mit mindestens einer Klasse Unterschied. Die Lücken in der Abwehr des Tabellenletzten waren so groß wie die auf den Rängen, wo mindestens 10.000 Plätze frei blieben.
Frey bekam kaum eine Chance, seine Fähigkeiten als Terodde-Ersatz unter Beweis zu stellen. Meist musste sich der Schweizer den Ball selbst tief im Mittelfeld holen. Von Aufbäumen keine Spur. Am auffälligsten agierte bei Schalke noch der 22-jährige Kozuki, der vor wenigen Wochen noch in der Regionalliga gespielt hatte. Reis schaute dem einseitigen Geschehen auf dem Platz weitgehend regungslos zu - mit den Händen tief in den Taschen und sorgenvollem Blick.
T.Sanchez--AT