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Zehntausende Menschen protestieren in Paris gegen hohe Preise und "Klima-Passivität"
Zehntausende Menschen haben am Sonntag in Paris gegen hohe Preise und "Klima-Passivität" demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren gingen 140.000 Menschen in der französischen Hauptstadt auf die Straße. Linke Parteien, Organisationen und einige Gewerkschaften hatten zu der Protestaktion aufgerufen. Der ehemalige linkspopulistische Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon marschierte - mit erhobener Faust - neben der designierten Nobelpreisträgerin Annie Ernaux.
Neben Ernaux hatten etwa 60 bekannte Kulturschaffende zu der Demonstration aufgerufen. Rund hundert Busse aus ganz Frankreich brachten Teilnehmer nach Paris. Die Demonstration sollte von der Place de la Nation zur Bastille führen. Die Polizei hatte mit etwa 30.000 Demonstranten gerechnet, darunter auch Unruhestifter.
Clémence Guetté, Abgeordnete der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI), freute sich über die "Demonstration der Stärke" und sagte: "Da erwacht etwas und das ist ein sehr gutes Zeichen". Auf einem Transparent, das in der Nähe des Place de la Nation hochgehalten wurde, war zu lesen: "Soziale Hitzewelle, das Volk dürstet nach Gerechtigkeit". Ein anderes Schild warnte: "Die Rente ist gut, die Offensive ist besser".
In der vergangenen Woche hatte ein Streik an Raffinerien und Benzindepots massiven Treibstoffmangel im Land ausgelöst. Trotz einer Teileinigung mit den Gewerkschaften setzten die Beschäftigten in den fünf Raffinerien von TotalEnergies in Frankreich ihren Streik fort. Für Dienstag haben bereits mehrere Gewerkschaften zum Streik aufgerufen, insbesondere bei der französischen Bahn und im Pariser Nahverkehr.
Nicht alle Gewerkschaften unterstützen die Demonstration der linken Parteien. CGT-Generalsekretär kritisierte eine "Parallelaktion" zu den gewerkschaftlich organisierten Protesten. Er halte nichts von einer nationalen Demonstration in Paris, seine Gewerkschaft bevorzuge örtliche Proteste, betonte er.
Die Demonstrierenden forderten unter anderem die Rente mit 60, eine Erhöhung der Gehälter, eine Preisbremse, die Besteuerung von Übergewinnen und mehr Gewicht für den Umweltschutz.
Bei der Vorbereitung der Demonstration zeigten sich einmal mehr Risse im links-grünen Bündnis. Der ehemalige grüne Präsidentschaftskandidat Yannick Jadot lehnte eine Teilnahme ab, ebenso wie der Parteichef der Kommunisten, Fabien Roussel.
J.Gomez--AT