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Migranten aufgreifen und "Mauer bauen": US-Regierung präsentiert Online-Videospiele
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Online-Videospiele auf ihrer Website vorgestellt, bei denen Nutzer Migranten aufgreifen oder eine Sperranlage an der Grenze zu Mexiko bauen können. Die am Donnerstag (Ortszeit) präsentierten Spiele sind auf der offiziellen Website des Weißen Hauses zu finden und ähneln Videospieleklassikern.
Ein Spiel trägt den Titel "Rio Run" und ist an das Spiel Snake angelehnt. Nutzer können darin die digitale Version des US-Grenzschutzbeauftragten Tom Homan über das Spielfeld bewegen. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Migranten aufzugreifen, die den Fluss Rio Grande an der Grenze zu Mexiko überquert haben.
Ein weiteres Spiel heißt "Build the Wall" (auf Deutsch: Bau die Mauer) und ähnelt dem Spiel Tetris. "Schütze die Grenze vor der herannahenden Horde", heißt es in der Spielbeschreibung. Das Spiel nimmt Bezug auf die massive Sperranlage an der Grenze zu Mexiko, die in großen Teilen bereits steht und bis Ende kommenden Jahres fertiggestellt sein soll.
In einem weiteren Spiel können Nutzer mit Netzen unter anderem Geldsäcke einfangen, um das sogenannte Trump-Konto aufzufüllen. Dabei handelt es sich um Investitionskonten der Regierung für Kinder mit US-Staatsbürgerschaft, die zwischen 2025 und 2028 geboren wurden oder werden.
Im Onlinedienst X veröffentlichte das Weiße Haus ein Video mit einem Logo von Trumps Slogan Maga (Abkürzung für Make America Great Again, auf Deutsch: Macht Amerika wieder großartig), das ähnlich wie das Logo des Videospieleanbieters Sega gestaltet wurde. Dort heißt es: "Ich kann nicht aufhören zu gewinnen. Bau die Mauer. Schiebe ab. Fülle ein Trump-Konto auf."
Das Weiße Haus erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die US-Regierung sei sehr auf Innovationen fokussiert und darauf, "die Geschichte der zahlreichen Erfolge des Präsidenten auf eine Weise zu erzählen, die bei jedem US-Bürger Anklang findet". Der Schritt erfolge in dem Bemühen, "den Kontrast zwischen einer Kultur des Spaßes und des Gewinnens und der düsteren sozialistischen Vision, die die Demokraten für die USA haben, weiter zu schärfen".
Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Weiße Haus wegen der Online-Spiele scharf. "Sie spielen seit Jahren mit dem Leben von Menschen", sagte Amerika Garcia Grewal von der Frontera Federation im US-Bundesstaat Texas der AFP. "Jetzt haben sie ein Videospiel aus dem gemacht, was sie tun." Die Spielegestalter hätten "den Bezug dazu verloren, was es bedeutet, menschlich zu sein".
Adriana Jasso von der Organisation Amigos in San Diego sagte, die "Grausamkeit" und das "Extreme" der US-Regierung überrasche sie nicht mehr. Das Weiße Haus sei offenbar entschlossen, Migranten zu entmenschlichen. Durch die Website werde das Thema Migration so dargestellt, als sei es ein Spiel, "wobei es in Wirklichkeit keines ist".
Trump hat sich ein hartes Vorgehen gegen Migranten auf die Fahnen geschrieben. Die umstrittenen US-Einwanderungs- und -Zollbehörde ICE spielt dabei eine zentrale Rolle. Tödliche Schusswaffeneinsätze von ICE-Mitarbeitern heizten im Januar die Proteste gegen Massenabschiebungen der Regierung an. Trumps "Grenzzar" Homan, den der US-Präsident "hart, aber fair" nennt, zeichnet im Weißen Haus für die Massenabschiebungen verantwortlich.
Den Bau der Sperranlage an der Grenze zu Mexiko hatte Trump in seiner ersten Amtszeit (2017-2021) angeordnet. Sie dürfte nach Angaben der US-Behörden Ende des kommenden Jahres fertiggestellt werden. Sie soll mit einigen Lücken von San Diego im US-Westküstenstaat Kalifornien bis zum Golf von Mexiko im Osten reichen. Die meisten Migranten kommen über Mexiko in die Vereinigten Staaten.
L.Adams--AT