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Drohne explodiert an der Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien nahe Gaspipeline
Eine mit Sprengstoff beladene Drohne ist bulgarischen Angaben zufolge an der Grenze zwischen den Nato-Mitgliedstaaten Rumänien und Bulgarien explodiert. "Die Drohne ist in unmittelbarer Nähe des Grenzübergangs Kardam zu Rumänien" nahe dem Schwarzen Meer im Nordosten des Landes "in 1000 Metern Entfernung zur Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline explodiert", sagte Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew am Samstag. In Sofia tagte wegen des Vorfalls das Sicherheitskabinett.
Angaben zur Herkunft der Drohne machte Radew zunächst nicht. Unklar war auch der Typ der Drohne. Es handele sich aber nicht um eine "Hobbydrohne", sondern um eine "größere", sagte Bulgariens Ministerpräsident. Die Menge an Sprengstoff, die die Drohne geladen hatte, war seinen Worten zufolge "erheblich". Die Drohne sei in ein Sonnenblumenfeld gestürzt.
Die Transbalkan-Pipeline verbindet die Türkei mit der Ukraine. Opfer gab es Radew zufolge nicht. Das Geräusch der Drohne wurde demnach von der rumänischen Grenzpolizei aufgezeichnet.
Nach der Sondersitzung des Sicherheitskabinetts fügte Radew hinzu, dass eine Patrouille der bulgarischen Grenzpolizei anschließend eine von schwarzem Rauch begleitete laute Explosion bemerkt habe. Die Drohne sei aber von keinem der beiden Nachbarländer geortet worden.
In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Vorfälle mit Drohnen in osteuropäischen Nato-Ländern gegeben, die die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg unterstützen. Rumänien, das häufig mit Drohnenüberflügen konfrontiert ist, ordnete Ende Juli die Ausweisung eines Mitarbeiters der russischen Botschaft an.
Radew erklärte, Bulgarien habe nach dem jüngsten Vorfall seine Überwachung verstärkt. Sofia werde Truppen an die Grenzen verlegen, um Drohnen aufzuspüren und Maßnahmen zur Drohnenabwehr zu ergreifen.
Bulgarien und Rumänien grenzen ebenso wie das Nato-Land Türkei ans Schwarze Meer. Erst am Dienstag hatte das türkische Außenministerium mitgeteilt, dass am Vortag zwei Schiffe türkischer Reeder im Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen worden seien. Dabei wurden laut Ankara mehrere Besatzungsmitglieder verletzt. Verantwortlich für die Angriffe machte das Ministerium zunächst niemanden. Es äußerte sich aber "zutiefst besorgt" über die Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer.
Dadurch werde trotz wiederholter Warnungen die zivile Schifffahrt beeinträchtigt. Die Konfliktparteien müssten "dringend konkrete Maßnahmen" zur Sicherheit des Schiffsverkehrs ergreifen, forderte das Ministerium. Andernfalls drohten negative Folgen unter anderem für die Versorgung mit Lebensmitteln.
Bulgarien hatte seine Militärhilfe für die Ukraine im Juni eingestellt. Radew sprach damals von einem "Schlusspunkt" bei den Waffenlieferungen an die Ukraine. Der pro-russische Regierungschef verwies auf "sozio-ökonomische Schäden", die sein Land infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erlitten habe.
F.Ramirez--AT