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Fußball-WM: Kanada lässt ghanaischen Nationalspieler Partey nicht einreisen
Kanada hat den ghanaischen Nationalspieler Thomas Partey nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft einreisen lassen. Wie der Weltfußballverband Fifa bestätigte, wurde ihm vor dem Spiel gegen Panama in Toronto die Einreise verweigert. Hintergrund ist offenbar, dass der Mittelfeldspieler vom spanischen FC Villarreal in Großbritannien wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt ist. Partey bestreitet die Vorwürfe. Ghana protestierte am Samstag gegen die Entscheidung.
Der ghanaische Außenminister Sam Okudzeto Ablakwa nannte Kanadas Entscheidung "rigoros und äußerst unfair". Partey sei "ein Schlüsselmitglied der A-Nationalmannschaft Ghanas", schrieb der Minister in Onlinediensten. Ghana habe eine "offizielle Protestnote" an Kanada übermittelt, in der das Land aufgefordert werde, "seine unglückliche Entscheidung zu überprüfen".
Partey, der bei Arsenal in London gespielt hatte, muss sich im kommenden Jahr vor Gericht verantworten. In sieben Anklagepunkten wegen Vergewaltigung und einem Anklagepunkt wegen sexueller Nötigung plädiert er auf nicht schuldig. Die Anschuldigungen stammen von vier verschiedenen Frauen aus den Jahren 2020 bis 2022.
"Die Fifa kann bestätigen, dass der Spieler Thomas Partey nicht vom ghanaischen Team-Basislager in Boston, USA, nach Kanada reisen kann, um am Mittwoch, den 17. Juni, am ersten Spiel gegen Panama teilzunehmen, da sein Visumantrag von der kanadischen Regierung abgelehnt wurde", teilte die Fifa mit. Die Fifa betonte, sie sei nicht in die Einreiseverfahren der Gastgeberländer involviert.
Die kanadische Einwanderungsbehörde erklärte, sie äußere sich nicht zu Einzelfällen. Einer Person, die als "Sicherheitsrisiko" eingestuft werde, könne aber die Einreise verweigert werden.
Die USA ließen Partey trotz der Anklage einreisen. Er sei bisher "nicht wegen einer Straftat verurteilt worden" und habe daher ein Visum erhalten. An Ghanas folgenden Gruppenspielen gegen England und Kroatien, die beide in den USA stattfinden, kann der 32-Jährige daher teilnehmen.
Vor Beginn des Turniers hatte bereits der Fall des von den USA an der Grenze abgewiesenen Schiedsrichters Omar Artan aus Somalia für Aufsehen gesorgt. Auch Delegationsmitglieder aus dem Iran sowie Fans aus dem Senegal und der Elfenbeinküste durften nicht einreisen.
Wie der Präsident des Palästinensischen Fußballverbands, Dschibril Radschub, am Freitag bekanntgab, wurden auch ihm Visa für die USA und Kanada verweigert. Er habe aber nach Mexiko einreisen können, um an der Eröffnungsfeier der WM in Mexiko-Stadt teilzunehmen, sagte Radschub. Nach dem Spiel Tunesien gegen Schweden in Monterrey am Samstag werde er in die Palästinensergebiete zurückkehren.
T.Wright--AT