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Ittrich: Regeländerungen bringen "gar nichts"
Der frühere DFB-Schiedsrichter Patrick Ittrich hält die zur Fußball-WM eingeführten Regeländerungen mit Blick auf einem Kernaspekt für wirkungslos. "Die Nettospielzeit bei Südkorea gegen Tschechien lag bei 51 Minuten. 55 Minuten waren es bei Kanada gegen Bosnien-Herzegowina. Wir wollen Richtung 60, 63 gehen. Aber bis jetzt bringt das gar nichts", sagte der MagentaTV-Experte in der Sendung "Breakfast Club".
Die FIFA setzt bei ihrer XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada auf ein überarbeitetes Regelwerk mit harten Strafen gegen Unsportlichkeit, erweiterten Kompetenzen für den Videobeweis, aber eben auch klaren Zeitvorgaben zur Vermeidung von Spielverzögerungen. So wurde ein Countdown vor Standards eingeführt, auch bei Spielerwechseln gilt nun ein Zeitlimit.
Weiter kritisierte der Ittrich das Zustandekommen der aufsehenerregenden Entscheidung von Schiedsrichter Danny Makkelie, im Spiel USA gegen Paraguay (4:1) einen bereits ausgeführten paraguayischen Freistoß zurückzupfeifen. Der Niederländer hatte vom Videoschiedsrichter verspätet den Hinweis erhalten, dass es sich zuvor statt um ein Foul um eine Schwalbe gehandelt haben soll. Makkelie nahm den Freistoß nach der Ausführung noch zurück, gab Paraguays Stürmer Miguel Angel Almiron die Gelbe Karte wegen Schwalbe und sprach den USA einen Freistoß zu.
Ittrich bemerkte hierzu: "Ich bin mir nicht sicher. Bei einer Spielerverwechselung darf sich der VAR einschalten. Eine Regeländerung am 28. Februar hat besagt, 'Mistaken Identity' heißt nicht nur der Spieler, sondern auch das Team. Jetzt ist die Frage: Bezieht sich die Änderung auf die Person oder auch auf die Aktion? Für mich liegt hier ein absoluter Prozessfehler vor", sagte der 47-Jährige.
Ittrich konkretisierte: "Eine Überprüfung findet immer vor der Spielfortsetzung statt. Hier hat der Video-Assistent erkannt: Es lag kein Foulspiel, sondern eine Schwalbe vor. Jetzt muss man wirklich abwarten, ob die FIFA sagt: Diese Erweiterung – 'Mistaken Identity' aufs Team – bezieht sich auch auf die Aktion. Das bezweifle ich."
Ein weiterer Kritikpunkt Ittrichs: "Normalerweise kannst du nach einer Spielfortsetzung beim VAR-Protokoll gar nicht mehr angreifen. Der Prozess war komplett schlecht. Die Überprüfung muss vor der Spielfortsetzung stattfinden."
M.White--AT