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Trotz Zuversicht bei Verhandlungen: US-Armee meldet Abschuss iranischer Drohnen
Nach optimistischen Äußerungen über eine mögliche Einigung auf eine Friedensvereinbarung zwischen Washington und Teheran haben die US-Streitkräfte am Freitagabend nach eigenen Angaben mehrere iranische Drohnen abgeschossen, die Handelsschiffe in der Straße von Hormus bedrohten. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte unterdessen mit Verweis auf die Hauptstadt des in dem Konflikt vermittelnden Pakistan: "Die Islamabad-Absichtserklärung war noch nie näher".
Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte im Onlinedienst X mit, der Iran habe die Angriffsdrohnen gestartet, um "Handelsschiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus passieren". Alle Drohnen seien abgeschossen worden, die Meerenge sei für die Durchfahrt von Schiffen weiterhin "offen".
US-Präsident Donald Trump veröffentlichte nur wenige Stunden später einen Screenshot von Araghtschis Mitteilung in seinem Onlinedienst Truth Social. Am Freitagmorgen hatte er Teheran dort noch vorgeworfen, "unehrenhaft" zu verhandeln und die vereinbarten Bedingungen falsch darzustellen.
Dem staatlichen iranischen Rundfunksender Irib zufolge sagte Araghtschi, bis eine vollständige Vereinbarung über alle Themen erzielt sei, "kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass eine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten erreicht worden ist".
In einem Interview mit dem iranischen Staatsfernsehen nannte der iranische Chefdiplomat einige Details aus dem aktuellen Entwurf der Vereinbarung. Dieser sehe die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen vor, erklärte Araghtschi. "Die Seeblockade muss vollständig aufgehoben werden."
Zudem behandelt der Entwurf Araghtschi zufolge die strategisch wichtige Straße von Hormus. "Der Iran hat die feste Entscheidung getroffen, dass die Verwaltung der Straße von Hormus nicht mehr so sein wird wie zuvor", sagte er.
Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf. Der Iran hatte die für den Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Meerenge nach Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitestgehend blockiert. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen. Immer wieder werden in der Region Schiffe angegriffen.
Hinsichtlich der Frage des iranischen Atomprogramms erklärte Araghtschi, Einzelheiten würden innerhalb einer Frist von 60 Tagen nach Unterzeichnung der Vereinbarung erörtert werden. "Unsere Position war stets, dass der einzige Weg, mit dem Vorrat an angereichertem Material umzugehen, darin besteht, ihn innerhalb des Iran zu verdünnen", sagte er mit Blick auf angereichertes Uran im Iran.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei erklärte, mit Washington sei "zu den meisten Punkten" eine Einigung erzielt worden.
Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif hatte am Freitag bestätigt, "dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt". "Frieden war noch nie so nah wie jetzt", erklärte Sharif. Zugleich prangerte er eine "unablässige Desinformationskampagne" rund um das Abkommen an.
Ein US-Regierungsvertreter äußerte sich ebenfalls zuversichtlich. "Wir gehen davon aus, dass wir dieses Abkommen in den nächsten Tagen unterzeichnen werden", sagte er in einem Telefonat mit Journalisten. Wenn er die Wahrscheinlichkeit einer Unterschrift einschätzen solle, hätte er am Freitagmorgen vielleicht 75 Prozent gesagt, sagte der Regierungsvertreter. "Jetzt sind es wahrscheinlich eher 80 bis 85 Prozent, aber es sind keine 100 Prozent", fuhr er fort.
Das schweizerische Außenministerium teilte mit, es stehe mit den USA und dem Iran in Kontakt und habe "die Schweiz als Ort für eine mögliche Unterzeichnung vorgeschlagen, falls die Parteien dem zustimmen".
Irans Außenminister sagte jedoch im staatlichen Fernsehen, die Unterzeichnung des Abkommens werde "zunächst digital" erfolgen. "Jede Seite wird remote unterschreiben". sagte er. "Das könnte in den kommenden Tagen passieren." Er sei "sehr zuversichtlich".
Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar angegriffen und am ersten Tag des Krieges den obersten Führer Ali Chamenei getötet. Erklärtes Ziel des Militäreinsatzes ist es, die Führung in Teheran daran zu hindern, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Freitag, er und US-Präsident Trump seien sich "vollkommen einig" darin, den Iran an der Herstellung von Atomwaffen zu hindern.
Unter Berufung auf iranische Verhandlungskreise berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr zudem, dass der Entwurf die "Freigabe von 24 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Geldern vorsehe.
In den vergangenen Tagen hatte es trotz einer seit Anfang April geltenden Waffenruhe und Verhandlungen über eine Friedensvereinbarung intensive gegenseitige Angriffe gegeben. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait.
N.Walker--AT