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Kosovo: Partei von Regierungschef Kurti gewinnt Parlamentswahl trotz Verlusten
Im Kosovo ist die Partei von Ministerpräsident Albin Kurti als Siegerin aus der vorgezogenen Parlamentswahl hervorgegangen, für eine absolute Mehrheit reicht es aber angesichts deutlicher Verluste nicht. Die linksnationalistische Selbstbestimmungs-Partei (VV) kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf fast 43 Prozent, wie die Wahlkommission auf ihrer Website am Montag mitteilte. Damit steht der Balkanstaat nach der dritten Parlamentswahl in 16 Monaten womöglich vor einer schwierigen Regierungsbildung. Die Wahlbeteiligung war mit weniger als 37 Prozent sehr niedrig.
Mit dem Ergebnis könnte die VV, die bei der vorherigen Wahl im Dezember noch rund 51 Prozent der Stimmen erhalten hatte, nicht allein die Regierung bilden. Die oppositionelle Demokratische Partei des Kosovo (PDK) und die Mitte-Rechts-Partei Demokratische Liga des Kosovo (LDK) kamen den vorläufigen Ergebnissen zufolge auf 21 beziehungsweise fast 18 Prozent der Stimmen.
Kurti betonte ungeachtet der Verluste, dass es bereits der vierte Sieg seiner Partei seit 2021 in Folge sei. "Das ist die Bestätigung, das zumindest dieses Jahrzehnt, und ich glaube noch länger, ein Jahrzehnt der VV-Regierung sein wird", sagte er um Mitternacht vor hunderten Anhägern auf dem zentralen Platz in Kosovos Hauptstadt Pristina.
Insgesamt waren zwei Millionen Wähler aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag offiziellen Zahlen zufolge bei 37 Prozent. Bei der letzten Wahl im Dezember hatte die Wahlbeteiligung noch 45 Prozent betragen. Kurti hatte die Bürger am Sonntag aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben, um der Wahl eine höhere Legitimität zu geben.
Die vorgezogene Parlamentswahl musste angesetzt werden, nachdem das tief gespaltene Parlament bei der Wahl eines neuen Staatsoberhaupts im April gescheitert war.
Die VV war schon bei den beiden vorherigen Urnengängen im Februar und im Dezember des vergangenen Jahres stärkste Kraft geworden. Nach seiner ersten Wiederwahl im Februar 2025 war Kurti zunächst daran gescheitert, eine funktionsfähige Regierung zu bilden. Eine monatelange politische Blockade des Landes war die Folge. Bei vorgezogenen Neuwahlen im Dezember wurde Kurtis VV-Partei dann abermals stärkste Kraft und konnte eine Regierung bilden.
Danach gelang es den Abgeordneten aber nicht, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die scheidende Präsidentin Vjosa Osmani zu wählen. Das Parlament wurde deshalb im April erneut aufgelöst. Übergangspräsidentin Albulena Haxhiu setzte daraufhin Neuwahlen für den 7. Juni an.
Die ehemalige serbische Provinz Kosovo hatte sich 2008 und damit knapp ein Jahrzehnt nach dem Kosovo-Krieg für unabhängig erklärt. Serbien hat die Unabhängigkeit des Kosovo aber nie anerkannt.
E.Flores--AT