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Protest vor US-Botschaft in Havanna wegen Anklage gegen Ex-Präsidenten Raúl Castro
Vor der US-Botschaft in Havanna haben tausende Kubaner ihre Unterstützung für den von der US-Justiz angeklagten Ex-Präsidenten Raúl Castro bekundet. Die Demonstranten schwenkten am Freitag kubanische Flaggen und skandierten "Lang lebe Raúl!". Der 94-jährige Bruder des einstigen Revolutionsführers Fidel Castro war am Mittwoch von der US-Justiz wegen des Abschusses zweier Zivilflugzeuge im Jahr 1996 mit vier Toten angeklagt worden.
Zu der Kundgebung in einem Park gegenüber der US-Botschaft hatte die staatliche Zeitung "Granma" aufgerufen. Unter den Demonstranten waren auch der derzeitige Präsident Miguel Díaz-Canel sowie Raúl Castros Kinder Mariela Castro und Alejandro Castro. Der 94-Jährige selbst war nicht vor Ort.
Die US-Justiz wirft Raúl Castro Mord vor, weil er als Verteidigungsminister im Jahr 1996 den Abschuss der beiden Flugzeuge befohlen haben soll. Mit den Flugzeugen wollte eine Organisation von in den USA lebenden Exilkubanern Menschen retten, die über das Meer in die USA fliehen wollten. In einer Reaktion auf die Anklage hatte die kubanische Regierung den Abschuss am Mittwoch als "legitime Selbstverteidigung" bezeichnet.
US-Präsident Donald Trump begrüßte die Anklageerhebung als "sehr wichtigen Moment". Eine "Eskalation" in Kuba sei aber nicht nötig, fügte er hinzu. In der Vergangenheit hatte der US-Präsident immer wieder mit einer "Übernahme" Kubas gedroht.
Raúl Castro war einem Bruder Fidel 2008 als Präsident des Karibikstaates nachgefolgt und hatte das Amt bis 2018 inne. Unter seiner Führung leitete die Insel 2015 eine historische Annäherung mit den USA unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama in die Wege. Trump machte das Tauwetter in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) rückgängig und verschärfte die Sanktionen gegen das kommunistisch regierte Kuba wieder deutlich.
E.Hall--AT