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Iran-Krieg: Trump weist iranische Antwort auf US-Vorschlag als inakzeptabel zurück
Im zähen Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs hat Teheran seine Antwort auf einen Vorschlag der USA übermittelt - US-Präsident Donald Trump wies diese als "vollkommen inakzeptabel" zurück. "Sie gefällt mir nicht", schrieb der 79-Jährige am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Seine ablehnende Reaktion ließ den Ölpreis erneut ansteigen. Großbritannien und Frankreich kündigten indes für Dienstag ein virtuelles Verteidigungsministertreffen zur Lage in der Straße von Hormus an.
"Ich habe gerade die Antwort der sogenannten 'Vertreter' des Iran gelesen. Sie gefällt mir nicht – vollkommen inakzeptabel!", schrieb der US-Präsident. Angaben zum Inhalt des Schreibens machte er nicht.
Zuvor hatte Trump bei Truth Social geschrieben: "Der Iran hat mit den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt seit 47 Jahren Spielchen gespielt (Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung!)." Teheran "lacht unser jetzt wieder großartiges Land aus", fügte er hinzu. "Ihnen wird das Lachen noch vergehen!"
Teheran hatte dem Vermittler Pakistan zuvor nach Berichten staatlicher Medien seine Antwort auf einen US-Vorschlag für ein Abkommen über eine Beendigung des Krieges übermittelt. Laut dem iranischen Staatsfernsehen sieht diese ein Ende des Krieges "an allen Fronten und besonders im Libanon" vor, wo sich Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz seit Wochen gegenseitig angreifen. Enthalten ist demnach auch ein "Sicherstellen der Schifffahrts-Sicherheit". Konkreter wird der iranische Vorschlag demnach nicht.
Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar angegriffen und dabei den obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Ziele in der Golfregion. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe.
Die Straße von Hormus ist seit Beginn des Iran-Kriegs von den iranischen Revolutionsgarden weitgehend gesperrt. In der Folge schossen die Energiepreise weltweit in die Höhe. Die US-Armee wiederum blockiert die iranischen Häfen an der Schifffahrtsstraße. Rund 1500 Handelsschiffe sitzen an der Meerenge fest.
Trumps ablehnende Reaktion auf den US-Vorschlag ließ den Ölpreis am Montagmorgen erneut leicht ansteigen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 104,01 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um mehr als um 2,54 Prozent auf 97,84 Dollar.
Bei dem von Großbritannien und Frankreich für Dienstag angekündigten virtuelles Treffen von Verteidigungsministern soll es um militärische Pläne zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus gehen. "Verteidigungsminister John Healey wird gemeinsam mit seiner französischen Amtskollegin Catherine Vautrin den Vorsitz bei einem Treffen von über 40 Nationen" im Rahmen der "multinationalen Mission" führen, erklärte das britische Verteidigungsministerium.
Bei einem zweitägigen Treffen von Militärvertretern in London Mitte April hatten Großbritannien und Frankreich sich zu einer militärischen Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus bereit erklärt. Zahlreiche weitere Länder hatten den Briten und Franzosen dabei ihre Unterstützung zugesichert, darunter auch Deutschland.
Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" passierte vor wenigen Tagen den Suez-Kanal, um sich für einem möglichen Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus in Stellung zu bringen. Großbritannien gab seinerseits am Samstag bekannt, dass es den britischen Zerstörer "HMS Dragon" entsenden werde. Auch ein Minenjagdboot der deutschen Marine ist unterwegs in die Region.
Die Ankündigung des Treffens am Dienstag erfolgte wenige Stunden, nachdem der Iran London und Paris davor gewarnt hatte, Kriegsschiffe in die Golfregion zu entsenden, und mit einer "entschiedenen und sofortigen Antwort" gedroht hatte. "Wir erinnern sie daran, dass sowohl in Kriegs- als auch in Friedenszeiten allein die Islamische Republik Iran in der Straße für Sicherheit sorgen kann und sie keinem Land erlauben wird, sich in diese Dinge einzumischen", erklärte Vize-Außenminister Kasem Charibabadi auf X.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte unterdessen, dass der Krieg noch nicht vorbei sei. Zunächst müsse der iranische Vorrat an angereichertem Uran "hinausgeschafft" werden. "Es gibt noch Anreicherungsanlagen, die demontiert werden müssen", sagte Netanjahu in am Sonntag veröffentlichten Auszügen aus einem Interview mit dem US-Sender CBS.
Die USA hatten ihre Angriffe auf den Iran mit dem Atomprogramm des Landes begründet. Der Westen wirft dem Iran vor, Atomwaffen anzustreben, was Teheran bestreitet.
K.Hill--AT