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Experte: "Deutschland ist auf solche Extremhitze nicht vorbereitet"
Putin äußert sich über mögliches Kriegsende mit Ukraine und Schröder als Vermittler
Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs geäußert. Der Konflikt "neigt sich dem Ende zu", sagte Putin am Samstag vor Journalisten nach der Militärparade anlässlich des Weltkriegsgedenkens in Moskau. Als von ihm bevorzugten europäischen Vermittler brachte der Kreml-Chef Altkanzler Gerhard Schröder ins Spiel. Zugleich prangerte Putin die Unterstützung des Westens für die Ukraine an.
Die traditionelle Militärparade in Moskau wurde diesmal in deutlich bescheidenerem Umfang abgehalten als in den vergangenen Jahren. Erstmals seit fast 20 Jahren fuhren keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät auf dem Roten Platz auf. In seiner Rede vor mehreren hundert Soldaten verglich Putin den Kampf gegen die Ukraine mit dem damaligen Krieg gegen Nazi-Deutschland.
Der heutige Gegner seien "aggressive", "von der gesamten Nato" unterstützte Streitkräfte, sagte der russische Präsident. Die "große Leistung" der Roten Armee inspiriere die heutigen Soldaten bei ihrem Einsatz in der Ukraine. Er sei "zutiefst überzeugt, das unsere Sache gerecht ist", fügte der russische Staatschef hinzu. "Der Sieg war unser und er wird es immer sein", betonte Putin.
Nach der Parade spekulierte Putin über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. "Ich glaube, der Konflikt neigt sich dem Ende zu, aber es ist immer noch eine ernste Angelegenheit."
Auf die Frage, wer sein favorisierter Kandidat für die Wiederaufnahme eines Dialogs mit Europa sei, antwortete Putin bei der Pressekonferenz: "Persönlich bevorzuge ich den früheren Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Schröder."
Der 82-jährige frühere SPD-Chef gilt als persönlicher Freund Putins. Er war auch nach Kriegsbeginn für russische Energiefirmen tätig. Der Altkanzler war bereits im März 2022 nach Moskau gereist und hatte mit Putin über den Ukraine-Krieg gesprochen.
Die Europäer könnten aber selbst jemanden auswählen, "zu dem sie Vertrauen haben und der keine unfreundlichen Dinge uns gegenüber gesagt hat", fügte Putin hinzu. Zugleich versicherte er, dass Russland sich "nie Verhandlungen verschlossen" habe. "Das waren nicht wir, die das abgelehnt haben, das waren sie."
Die Unterstützung westlicher Länder für die Ukraine kritisierte Putin im Zuge dessen erneut scharf. "Sie haben damit begonnen, die Konfrontation mit Russland zu verschärfen, die bis heute andauert." Zu einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Drittland sei er erst bereit, wenn alle Bedingungen für ein mögliches Friedensabkommen geklärt seien.
Vor den Feierlichkeiten auf dem Roten Platz hatte Putin den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico im Kreml empfangen. Fico war der einzige Regierungschef eines EU-Staates, der zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland vor 81 Jahren nach Moskau reiste. "Ich weiß, dass es einige Schwierigkeiten mit Ihrer Reise nach Moskau gab. Aber das Wichtige ist, dass Sie hier sind", sagte Putin bei dem Treffen.
Die Slowakei setzt im Gegensatz zu vielen anderen EU-Ländern weiter auf Öllieferungen aus Russland. Mehrere europäische Länder hatten sich geweigert, ihren Luftraum für Ficos Flug nach Moskau zur Verfügung zu stellen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte bei einem Besuch in Schweden, er bedauere die Reise.
Nach zwei gescheiterten Versuchen in dieser Woche war am Samstag eine dreitägige Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland in Kraft. Nach Kreml-Angaben gibt es derzeit keine Pläne, die Feuerpause zu verlängern.
US-Präsident Donald Trump hatte die Feuerpause am Freitagabend verkündet. Zudem sei der Austausch von jeweils tausend Kriegsgefangenen geplant, sagte Trump. Er hoffe, dies sei "der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges", erklärte der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social.
Kiew und Moskau beschuldigten sich jedoch gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Sowohl Kiew als auch Moskau meldeten am Samstag Angriffe der Gegenseite.
Russlands Konflikt mit der Ukraine dauert mittlerweile seit mehr als vier Jahren an. Mit bereits hunderttausenden Toten ist es der verlustreichste Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.
L.Adams--AT