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Auch einige SPD-Abgeordnete von Signal-Hack betroffen
Auch bei der SPD im Bundestag gibt es Opfer der aktuellen Phishing-Angriffswelle gegen Nutzer des Messengerdiensts Signal aus Politik, Regierungsapparat und Medien. "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind einige wenige Abgeordnete unserer Fraktion von diesen Angriffen betroffen", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Die SPD-Bundestagsfraktion arbeite "eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen und unterstützt die Aufklärung vollumfänglich".
Deutsche und ausländische Sicherheitsdienste warnen seit Monaten vor einer einer sogenannten Phishing-Angriffswelle, die auf die heimliche Übernahme von Signal-Konten von Politikern, Beamten, Diplomaten, Militärs und Journalisten zielt. Ausländische Sicherheitsdienste machen dafür Russland verantwortlich.
Der "Spiegel" hatte am Mittwoch berichtet, auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sei Opfer der Kampagne geworden. Demnach war sie auch in einem Signal-Gruppenchat mit Mitgliedern des CDU-Präsidiums, dem auch Parteichef und Kanzler Friedrich Merz angehört. Ein Sprecher Klöckners wollte die Angaben auf AFP-Anfrage weder bestätigen noch dementieren.
"Die laufenden Ermittlungen führen die Sicherheitsbehörden", sagte der SPD-Sprecher zu den Fällen in seiner Fraktion. Demnach wurde die Fraktion am Dienstag über die Bedrohungslage informiert, am Mittwoch hätten alle Abgeordnete aktualisierte Sicherheitshinweise erhalten. "Hybride Angriffe auf parlamentarische Prozesse sind eine konstante Bedrohung", betonte der Sprecher. "Wir passen unsere Sicherheitsarchitektur daher fortlaufend an, um die Integrität unserer Kommunikation dauerhaft zu gewährleisten."
Außer der SPD wollte am Donnerstag keine andere Fraktion im Bundestag Fälle bestätigen. Eine Grünen-Sprecherin sagte, es lägen ihr keine Informationen vor, "ob einzelne Abgeordnete meiner Fraktion aktuell betroffen sind". Alle Warnungen und Sicherheitshinweise der deutschen Sicherheitsbehörden würden aber an die Abgeordneten und Mitarbeiter weitergeleitet.
Auch ein AfD-Sprecher sagte, der Fraktion seien "bislang keine Fälle bekannt". Union und Linke äußerten sich nicht.
Bei der Signal-Kampagne geht es nicht um eine Sicherheitslücke, sondern um geschickte Betrugsversuche, bei denen den Betroffenen vorgespielt wird, sie würden vom Signal-Support kontaktiert. Ist die Masche erfolgreich, haben die Angreifer Zugriff auf die Signal-Chats und Gruppen sowie dort geteilte Fotos und Dateien. Sie können sich bei Signal auch als die Person ausgeben, deren Konto gehackt wurde.
B.Torres--AT