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Prozess gegen inhaftierten Erdogan-Rivalen Imamoglu in Istanbul begonnen
In Istanbul hat der mit Spannung erwartete Prozess gegen den inhaftierten Bürgermeister Ekrem Imamoglu begonnen. Als der wichtigste innenpolitische Rivale des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan und weitere Angeklagte am Montagmorgen den Gerichtssaal betraten, empfingen die Zuschauer sie mit Jubel.
"Wir sind stolz auf dich", riefen die Menschen auf der Empore, wie Imamoglus Mitarbeiter und anwesende Journalisten im Onlinedienst X schrieben. Im Gerichtssaal befanden sich dem oppositionellen Sender Halk TV zufolge auch Imamoglus Ehefrau Dilek, der Chef seiner Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, sowie weitere Parteifunktionäre. Viele von ihnen sich weigerten sich demnach, den Gerichtssaal zu verlassen.
Der Vorsitzende Richter kündigte zu Prozessbeginn an, dass Imamoglu als einer der letzten Angeklagten befragt werden solle. Der beliebte Oppositionspolitiker bat daraufhin darum, früher zu Wort zu kommen. Als der Richter diese Bitte ablehnte, skandierten die Zuschauer auf der Empore "Schande, Schande!"
Auf die Frage eines Verteidigers, warum die Zeugenliste an eine regierungsnahe Zeitung durchgesickert, aber nicht Imamoglus Anwälten zugestellt worden sei, räumte der Richter den Saal und unterbrach die Sitzung nach nur einer Viertelstunde.
Imamoglu war vor knapp einem Jahr kurz vor seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat der CHP festgenommen worden. Kritiker werten die Korruptionsvorwürfe gegen den 54-Jährigen als politisch motiviert. Imamoglus Festnahme löste in der Türkei die größte Protestwelle seit den sogenannten Gezi-Protesten von 2013 aus. Bei den Protesten wurden fast 2000 Menschen festgenommen.
P.Smith--AT