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Pariser Konzert des israelischen Sinfonieorchesters gestört - vier Festnahmen
Nach einer Protestaktion während eines Konzerts des Israelischen Sinfonieorchesters am Donnerstagabend in der Pariser Philharmonie hat die Polizei vier Menschen in Gewahrsam genommen. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez verurteilte die Vorfälle scharf. "Nichts kann sie rechtfertigen", schrieb er im Onlinedienst X. Das Orchester spielte unter der Leitung von Lahav Shani, der 2026 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker werden soll und vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts bereits mehrfach Ziel von Protesten war.
Die Pariser Philharmonie schrieb in einer Erklärung von "schwerwiegenden Zwischenfällen" während des Konzerts und verurteilte diese "aufs Schärfste". Dreimal hätten Zuschauer versucht, das Konzert zu stören, darunter zweimal mit dem Einsatz von Rauchfackeln. Dabei sei es zu Auseinandersetzungen mit anderen Zuschauern gekommen. Die Störer seien des Saales verwiesen und das Konzert sei wieder aufgenommen worden. Die Philharmonie erstattete demnach Anzeige.
Der israelische Botschafter in Paris Joshua Zarka prangerte die "Instrumentalisierung eines schrecklichen Konflikts für politische Zwecke" an. Der israelisch-palästinensische Konflikt werde genutzt, "um Stimmen zu gewinnen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
In den vergangenen Tagen hatten pro-palästinensische Aktivisten die Absage des Konzerts gefordert. Die Gewerkschaft CGT-Spectacle forderte die Philharmonie auf, das Publikum auf die "schwerwiegenden Vorwürfe" gegen die israelische Regierung im Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen hinzuweisen. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Konzert waren verstärkt worden.
Der israelische Dirigent Shani war bereits zuvor Zielscheibe von Protesten geworden. Im September hatte ein Festival in Flandern die Münchner Philharmoniker ausgeladen, deren Chefdirigent Shani im nächsten Jahr werden wird. Shani sei "nicht in der Lage gewesen, die nötige Klarheit über seine Haltung zu dem genozidalen Regime in Tel Aviv auszudrücken", schrieben die Organisatoren des Festivals. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach von "blankem Antisemitismus".
Shani wurde 1989 in Tel Aviv geboren. Seit 2020/21 leitet er das Israelische Sinfonieorchester. Im Februar 2023 ernannten die Münchner Philharmoniker Shani zum Chefdirigenten. Er soll den Posten im September 2026 antreten.
M.King--AT