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Japan und die USA stärken Zusammenarbeit und schließen Abkommen zu Seltenen Erden
Demonstrativer Schulterschluss zwischen Japan und den USA: Donald Trump und Japans neue Regierungschefin Sanae Takaichi haben beim Besuch des US-Präsidenten am Dienstag in Tokio eine Vereinbarung zu Seltenen Erden unterzeichnet und den Ausbau ihrer militärischen Zusammenarbeit bekräftigt. Takaichi sagte, sie wolle ein "goldenes Zeitalter" zwischen Tokio und Washington einläuten.
Das Ziel der Vereinbarung zu Seltenen Erden sei es, "beiden Ländern dabei zu helfen, die Widerstandsfähigkeit und Sicherheit der Lieferketten für kritische Mineralien und Seltene Erden zu gewährleisten", erklärte das Weiße Haus. Die USA befinden sich derzeit in einem Handelskonflikt mit China, Peking hatte zuletzt die Kontrollen für Seltene Erden verschärft. Die USA und Japan wollten "gemeinsam Projekte von Interesse" identifizieren, um "Lücken" in den Lieferketten zu schließen, hieß es weiter.
Seltene Erden sind ein zentrales Thema im Konflikt zwischen den USA und China. Peking hatte seine Exportkontrollen für Seltene Erden Anfang Oktober verschärft. Seitdem benötigen chinesische Unternehmen eine Genehmigung der Behörden, wenn sie Maschinen und Technologien für Abbau und Verarbeitung der Materialien exportieren. Für ausländische Unternehmen mit Produktionsstätten in China gelten zusätzliche Einschränkungen: Sie brauchen auch eine Genehmigung für den Export von Produkten, die Seltene Erden enthalten.
Die wertvollen Metalle stecken in einer Reihe von Technologien von Windturbinen bis zu Batterien für Elektroautos. China ist ein wichtiger Produzent der Materialien und mit großem Abstand Marktführer bei der Weiterverarbeitung; die Exportkontrollen sorgen derzeit weltweit für Probleme.
Bei Trumps Besuch in Takaichis Amtssitz in Tokio sagte die Regierungschefin, sie wolle "ein neues goldenes Zeitalter der Allianz zwischen Japan und den USA" verwirklichen, in dem beide Länder stärker und wohlhabender werden würden.
Takaichi, die in der vergangenen Woche als erste Frau die Regierungsgeschäfte in Japan übernahm, würdigte Trumps Bemühungen bei der Vermittlung in Konflikten. Das Weiße Haus erklärte, Takaichi wolle Trump für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Trump wiederum bezeichnete Japan als einen äußerst wichtigen Verbündeten. Er habe Japan schon immer sehr geliebt und respektiert, sagte der US-Präsident.
Japan ist die zweite Station von Trumps Asien-Reise. Er war am Montag nach einem Besuch in Malaysia in Japan gelandet und am Abend von Kaiser Naruhito im kaiserlichen Palast empfangen worden.
Takaichi bekräftigte ihre Absicht, Japans Verteidigungsfähigkeiten "grundlegend zu verstärken". Japan sehe sich mit einer "beispiellos schwierigen Sicherheitslage" konfrontiert, sagte sie an Bord des Flugzeugträgers "USS George Washington" im US-Marinestützpunkt Yokosuka. Vor kurzem hatte Takaichi angekündigt, ihre Regierung wolle das Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung auszugeben, zwei Jahre früher erreichen als bisher geplant.
Trump gab seinerseits die erste Lieferung von Raketen für die japanischen F-35-Kampfflugzeuge an. Die von ihm genehmigten Waffen würden in dieser Woche eintreffen, sagte er. Auch würden die USA mit Japan bei der "Produktion von Schiffen" zusammenarbeiten.
US-Handelsminister Howard Lutnick, der Trump bei der Reise begleitet, unterzeichnete eine Absichtserklärung mit dem japanischen Verkehrsminister Yasushi Kanekozur zur Zusammenarbeit beim Schiffbau - einer ebenfalls von China dominierten Branche.
Beide Seiten wollen ihre Zusammenarbeit zudem im Energiesektor und beim der Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) vertiefen. Japanischen Angaben zufolge sind daran unter anderem japanische Unternehmen wie Toshiba, Hitachi und Mitsubishi Electric beteiligt.
Im von Trump entfachten Zollkonflikt hatten sich Tokio und Washington im Juli auf einen Zollsatz von 15 Prozent auf die meisten Güter aus Japan in die USA geeinigt. Zugleich erwartet Washington japanische Investitionen in den USA in Höhe von 550 Milliarden Dollar (rund 472 Milliarden Euro).
Am Mittwoch wollte Trump nach Südkorea weiterreisen. Dort soll es am Donnerstag am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) zur ersten persönlichen Begegnung mit Chinas Staatschef Xi Jinping seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus kommen.
A.Ruiz--AT