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Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte werfen Israel "Einschüchterungstaktiken" vor
Die Boote einer Gaza-Hilfsflotte mit pro-palästinensischen Aktivisten an Bord sind nach Angaben der Organisatoren im Mittelmeer von der israelischen Marine bedrängt worden. "In den frühen Morgenstunden hat die israelische Besatzungsmarine eine Einschüchterungsaktion gestartet", erklärten die Aktivisten der sogenannten Global Sumud Flotilla am Mittwoch. Auch die Funkverbindungen der Boote seien kurzzeitig gestört worden, als sich die Aktivisten einer israelischen Sperrzone näherten.
Eines ihrer Hauptschiffe, die "Alma", sei "aggressiv von einem israelischen Kriegsschiff umkreist" worden, bevor das Schiff "Sirius" "ähnlichen Schikanen" ausgesetzt gewesen sei. "Wir segeln unbeirrt weiter, trotz der Drohungen und Einschüchterungstaktiken Israels", erklärten die Aktivisten weiter.
An der Flottille beteiligt sind rund 45 Boote mit Aktivistinnen und Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Unter den Teilnehmenden sind die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, ein Enkel des südafrikanischen Ex-Präsidenten Nelson Mandela, Mandla Mandela, und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan.
Das offizielle Ziel der Aktion ist es, Hilfsgüter vom Meer aus in den Gazastreifen zu bringen und damit die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Ein Angebot Israels, die Hilfsgüter über den israelischen Hafen Aschdod in den Gazastreifen zu bringen, lehnten die Organisatoren der Flotte ab.
Italien und Spanien hatten angesichts der Gefahr einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Israel eine Marineeskorte für die Flotte entsandt. Beide Länder forderten die Aktivisten am Mittwoch auf anzuhalten, bevor sie die israelische Sperrzone rund 280 Kilometer vor der Küste des Gazastreifens erreichten. Nach Angaben des brasilianischen Aktivisten Thiago Avila im Onlinedienst X hatte sich die Flotte am Mittwochmittag dem Gazastreifen bereits auf rund 220 Kilometer genähert.
"Unsere Botschaft an die Flottille war eindeutig: Fahrt nicht in diese Zone ein", erklärte der spanische Minister für digitale Transformation, Oscar López. Die spanische Marineeskorte werde nicht in die israelische Sperrzone einfahren. Auch die italienische Marineeskorte stoppte am Rand der Sperrzone. Die Aktivisten bezeichneten die Entscheidung Spaniens und Italiens als Versuch, ihre Bemühungen zu "sabotieren".
Israel hatte zuvor erklärt, ein Anlegen der Boote im Gazastreifen nicht zu erlauben. Bereits im Juni und Juli hatte Israel zwei Versuche von Aktivisten unterbunden, Hilfsgüter auf dem Seeweg in den Gazastreifen zu bringen. Die israelische Armee stoppte die beteiligten Schiffe, nahm die Besatzungen fest und verwies sie des Landes. Die Sperrzone dient dazu, Waffenlieferungen an die radikalislamische Hamas zu unterbinden.
R.Garcia--AT