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Israel weist Kritik der USA an Angriffen in Katar zurück
Israel hat Kritik der USA an seinen Angriffen auf die Führungsspitze der Hamas in Katar zurückgewiesen. "Wir handeln nicht immer im Interesse der Vereinigten Staaten", sagte Israels UN-Botschafter Danny Danon am Mittwoch. Verteidigungsminister Israel Katz bekräftigte unterdessen, die "Feinde" Israels seien nirgendwo sicher. Israel hatte am Dienstag in Katars Hauptstadt Doha Angriffe geflogen, die sich nach israelischen Angaben gegen die Führungsebene der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas richteten.
Es war der erste israelische Angriff in dem Golfstaat, der einen großen US-Militärstützpunkt beherbergt und an der Seite der USA als einer der Vermittler im Gaza-Krieg auftritt. US-Präsident Donald Trump erklärte nach dem Angriff, Katar sei ein "starker Verbündeter und Freund der USA" und er bedauere den "Ort des Angriffs" sehr.
Katar setze sich gemeinsam mit den USA sehr engagiert und mutig für Frieden im Nahen Osten ein, betonte Trump. Der Luftangriff in der Hauptstadt Doha bringe "weder Israel noch Amerika ihren Zielen näher". Bei einem Restaurant-Besuch in Washington ergänzte Trump am Abend: "Ich bin nicht begeistert über die ganze Situation."
Israels UN-Botschafter Danon entgegnete im israelischen Radio auf die Kritik der US-Regierung: "Wir stimmen uns eng miteinander ab und sind dankbar für ihre unglaubliche Unterstützung, aber manchmal treffen wir Entscheidungen und informieren die USA nur." Es habe sich zudem nicht um einen Angriff auf Katar, sondern um einen Angriff auf die Hamas gehandelt.
Die Angriffe richteten sich nach Angaben Katars gegen Mitglieder des Hamas-Politbüros in Doha. Nach Angaben der radikalislamischen Palästinenserorganisation wurden dabei sechs Menschen getötet, darunter ein Mitarbeiter und ein Sohn des Leiters ihres Verhandlungsteams in Doha, Chalil al-Hajja.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Hamas befanden sich Hamas-Verhandlungsführer al-Hajja und der ehemalige Politbüro-Chef Chaled Meschal in dem angegriffenen Gebäude. Die Nachrichtenagentur AFP konnte beide seitdem nicht mehr erreichen. Israels UN-Botschafter Danon sagte, der israelischen Regierung lägen noch keine "Ergebnisse" des Einsatzes vor.
Das Vorgehen Israels sorgte international für Kritik, nicht nur beim wichtigen Verbündeten USA. Bundesaußenminister Johann Wadephul bekräftigte am Mittwoch in Berlin bei einem Treffen mit seinem niederländischen Kollegen David van Weel: "Der Angriff in Doha ist nicht akzeptabel." Dadurch sei die territoriale Integrität Katars verletzt und das Leben der israelischen Geiseln im Gazastreifen gefährdet worden. Katar spiele eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln.
Auch China erklärte am Mittwoch, es lehne "die Verletzung der territorialen Souveränität und nationalen Sicherheit von Katar durch Israel entschieden ab". Russland verurteilte die israelischen Angriffe als "schwere Verletzung des Völkerrechts".
Israels Verteidigungsminister Katz erklärte jedoch, Israel werde auch weiterhin "überall" gegen seine Feinde vorgehen. "Es gibt keinen Ort, an dem sie sich verstecken können", schrieb er im Onlinedienst X. "Jeder", der an dem Hamas-Überfall auf Israel teilgenommen habe, werde "zur Rechenschaft gezogen".
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gaza-Krieg ausgelöst. Bei dem Großangriff wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 47 Menschen von der Hamas festgehalten, 25 von ihnen sind nach israelischen Angaben bereits tot.
Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bislang mehr als 64.600 Menschen getötet. Am Mittwoch zerstörte Israel ein weiteres Hochhaus in Gaza, das nach Armeeangaben von der Hamas genutzt worden sei.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte unterdessen an, angesichts der humanitären Lage im Gazastreifen die bilaterale Unterstützung für Israel aussetzen. Die Kommission werde sich zudem für Sanktionen gegen "extremistische" Minister und "gewalttätige Siedler" in Israel einsetzen. Wadephul sagte, es sei das gemeinsame Verständnis mit der EU-Kommission, "dass die Kriegsführung im Gazastreifen nicht hinnehmbar ist".
O.Ortiz--AT