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UNO kritisiert "besorgniserregenden" Anstieg der Hinrichtungen im Iran
Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Hinrichtungen im Iran hat das UN-Menschenrechtsbüro Teheran aufgefordert, die Todesstrafe auszusetzen. Berichte über mehrere hundert Hinrichtungen in der ersten Jahreshälfte seien "besorgniserregend" und zeigten, wie "dringend ein sofortiges Moratorium für die Anwendung der Todesstrafe" im Iran benötigt werde, erklärte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Montag. Nach Informationen des UN-Menschenrechtsbüros wurden 2025 bereits mindestens 612 Menschen im Iran hingerichtet - mehr als doppelt so viel wie 2024 im gleichen Zeitraum.
Mehr als 40 Prozent der 2025 hingerichteten Menschen wurden nach UN-Angaben wegen Drogendelikten verurteilt. Andere seien mit vagen Vorwürfen wie "Feindschaft gegen Gott" oder "Korruption auf Erden" angeklagt worden, was von den iranischen Behörden "häufig genutzt wird, um Dissidenten zum Schweigen zu bringen", erklärte Türk.
Berichte, wonach mindestens 48 Menschen derzeit in Todeszellen sitzen und zwölf unmittelbar von einer Hinrichtung bedroht seien, bezeichnete Türk als "alarmierend". Angehörige von Minderheiten seien zudem besonders häufig von der Todesstrafe betroffen.
Teheran verteidigte die Hinrichtungen. Nach iranischem Recht sei die Todesstrafe "für schwerste Verbrechen anerkannt", erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Montag. Teheran bemühe sich jedoch, die Anwendung auf "nur die schwersten Verbrechen zu beschränken".
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen hatte die Zahl der Hinrichtungen im Iran infolge des zwölftägigen Kriegs gegen Israel wieder deutlich zugenommen. Nur in China werden demnach mehr Todesurteile vollstreckt.
M.King--AT