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Bas beklagt fehlende Vielfalt in der SPD
Die voraussichtliche neue SPD-Chefin Bärbel Bas hat eine fehlende Vielfalt in ihrer Partei kritisiert und gefordert, sich wieder breiter aufzustellen. Die SPD müsse stärker präsent sein in Arbeitermilieus, sagte sie dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Wochenende. "Wir müssen uns wieder sehen lassen und uns der Kritik stellen." Es sei auch wichtig, "dass wir die komplizierten Dinge wieder für den Malocher an der Ecke runterbrechen".
Die Bundesarbeitsministerin will sich beim Parteitag nächste Woche zur Parteichefin wählen lassen, neben dem Ko-Vorsitzenden Lars Klingbeil. Bas war zuletzt Bundestagspräsidentin.
In der Partei mangelt es ihrer Einschätzung nach an Aufstiegschancen. "Wenn wir Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen, lassen wir es kaum noch zu, dass auch andere nach oben kommen, Leute, die sich nicht so geschliffen ausdrücken können, die nicht jede Sitzung dominieren", sagte Bas dem Nachrichtenmagazin. "Diese Menschen werden oft übersehen, obwohl sie einer Volkspartei viel geben können."
Juso-Chef Philipp Türmer nahm unterdessen Klingbeil in die Pflicht, der sich zur Wiederwahl als Ko-Parteichef stellt. "Ich kann mich an keine Person mit so viel Macht und Verantwortung in der SPD erinnern", sagte Türmer dem Sender ntv zu Klingbeil, der auch Finanzminister und Vizekanzler ist. "Lars Klingbeil fordert einen Vertrauensvorschuss von der Partei ein, den er auf dem Parteitag begründen müssen wird."
Türmer beklagte zudem das Fehlen einer gemeinsamen Vision in der SPD. "Würde ich zehn SPD-Mitglieder - auch aus der Führungsebene - fragen, wie das Land nach 20 Jahren SPD-Alleinregierung aussähe, bekäme ich aktuell zwölf unterschiedliche Antworten", sagte der Juso-Chef dem Sender. "Die SPD sucht seit Jahren nach einer Vision, die die Menschen wieder für die Sozialdemokratie begeistert."
Y.Baker--AT