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Chamenei: USA dürfen kein Mitspracherecht bei Urananreicherung des Iran haben
Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei hat der US-Regierung ein Mitspracherecht bei der Urananreicherung Teherans abgesprochen. "Warum mischen Sie sich in der Frage ein, ob der Iran anreichern sollte oder nicht?", sagte Chamenei an die USA gerichtet am Mittwoch in einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Rede. Die Unabhängigkeit des Iran bedeute, dass das Land "nicht auf grünes Licht aus den USA wartet".
Der von den USA unterbreitete Vorschlag für eine Lösung des Atomstreits zwischen Washington und Teheran stehe den nationalen Interessen des Iran entgegen, erklärte Chamenei im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum 36. Todestag des Gründers der Islamischen Republik, Ayatollah Ruhollah Chomeini. "Der Vorschlag der USA widerspricht zu 100 Prozent der Losung 'Wir können'", sagte Chamenei. Der Slogan bezieht sich auf die Islamische Revolution von 1979.
Mitte April hatten Washington und Teheran die Gespräche über ein mögliches neues Atomabkommen aufgenommen. Die ersten fünf Verhandlungsrunden blieben ohne Ergebnis. Die Urananreicherung ist ein zentraler Streitpunkt in den Gesprächen. Am Samstag hatte Washington unter Vermittlung des Omans einen Verhandlungsvorschlag an Teheran geschickt.
Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Axios beinhaltet der jüngste Vorschlag der USA die Erlaubnis für eine eingeschränkte Urananreicherung auf niedrigem Niveau. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, Washington werde in einem möglichen Atomabkommen "keine Urananreicherung zulassen".
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte daraufhin am Dienstag, der Iran werde kein Atomabkommen akzeptieren, mit dem ihm die Urananreicherung zu zivilen Zwecken untersagt wird. "Die Fortsetzung der Anreicherung auf iranischem Boden ist unsere rote Linie", erklärte Araghtschi.
Th.Gonzalez--AT