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Energiepreisschock: Inflation steigt im März auf 2,7 Prozent
Die sprunghaft gestiegenen Preise für Benzin, Diesel und Heizöl haben die Inflationsrate im März auf den höchsten Stand seit rund zwei Jahren getrieben: Sie lag bei 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. Im Februar hatte sich die Teuerung noch auf 1,9 Prozent abgeschwächt. Ähnlich hoch wie im März war sie zuletzt im Januar 2024 mit 2,9 Prozent gewesen.
Die Preise für Energieprodukte waren im März um 7,2 Prozent höher als im März 2025. Es war der erste Anstieg im Vorjahresvergleich seit Dezember 2023, wie das Statistikamt betonte. Kraftstoffe waren 20 Prozent teurer, der Preis für leichtes Heizöl stieg um 44,4 Prozent. Haushaltsenergie insgesamt war aber etwas günstiger - der Preis für Strom lag um 4,5 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat, der für Erdgas um 2,9 Prozent.
Bei den Nahrungsmitteln entwickelte sich die Teuerung zunächst unterdurchschnittlich: Hier stiegen die Preise im März nur um 0,9 Prozent. Dabei waren Schokolade und andere Süßigkeiten um rund sechs Prozent teurer - Butter und Olivenöl dagegen deutlich günstiger als im März vor einem Jahr, um fast 18 Prozent.
Dienstleistungen waren im März 3,2 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, hier verteuerten sich wie in den Vormonaten vor allem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen und die Personenbeförderung wegen der Preiserhöhung beim Deutschlandticket. Die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent.
"Der bisher beobachtete Inflationsanstieg ist nur der Anfang", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. "Auch wenn der Waffenstillstand im Mittleren Osten hält, dürfte die Inflation im April weiter steigen."
Denn die Kraftstoffpreise lagen im ersten April-Drittel erneut deutlich über den März-Preisen. Preissteigerungen im Großhandel für Erdgas und Elektrizität wirkten mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise, weil die meisten Menschen in Deutschland länger laufende Gas- und Stromverträge haben. "Hinzu dürften in den nächsten Wochen indirekte Preiserhöhungen aufgrund der gestiegenen Energiepreise kommen, etwa, wenn Lieferdienste ihre Preise wegen gestiegener Dieselpreise anheben."
Ein Anstieg der Inflation in den kommenden Monaten über die Drei-Prozent-Marke sei "nicht unwahrscheinlich", erklärte Dullien. Wie es mittelfristig weitergehe, hänge zentral davon ab, wie stabil sich die Waffenruhe in Nahost entwickelt: "Bleibt eine erneute Eskalation des Krieges aus und wird normaler Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder hergestellt, so dürfte die Inflation auch zügig wieder zurückgehen." Eine neue Eskalation des Krieges dagegen würde einen weiteren Anstieg der Inflation bedeuten und könnte sie in Richtung vier Prozent treiben.
W.Moreno--AT