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EU will 500 Millionen Euro für Anwerbung von US-Wissenschaftlern investieren
Angesichts der von US-Präsident Donald Trump betriebenen restriktiven Forschungspolitik will die EU-Kommission bis 2027 zusätzlich 500 Millionen Euro bereitstellen, um internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anzuwerben - insbesondere aus den USA. Die finanziellen Anreize sollten die EU zu einem "Anziehungspunkt für Wissenschaftler" machen, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in Paris. Die Kehrtwende in der US-Wissenschaftspolitik seit Trumps Amtsantritt im Januar bezeichnete sie als "gewaltige Fehlkalkulation".
"Mittel- und langfristig wollen wir mit den EU-Mitgliedstaaten das Ziel von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Investitionen in Forschung und Entwicklung erreichen", sagte von der Leyen. Das Recht auf Freiheit der Forschung solle zudem gesetzlich festgeschrieben werden, betonte sie.
Angesichts der "Bedrohungen" der freien Wissenschaft in den USA müsse Europa US-Forschenden eine "Zuflucht bieten", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einer gemeinsamen Konferenz mit von der Leyen unter dem Titel "Choose Europe for Science" (Wählt Europa für die Wissenschaft). "Niemand hätte gedacht, dass diese große Demokratie, deren Wirtschaftsmodell so sehr auf der freien Wissenschaft basiert, einen solchen Fehler macht", fügte er hinzu.
Macron kritisierte Versuche von Regierungen, die bestimmte Bereiche von der Forschung ausschließen wollten - "sei es die Gesundheit von Frauen oder Klimawandel". Frankreich werde 100 Millionen Euro zusätzlich investieren, um ausländische Forschende anzuwerben. Die französische Regierung hatte bereits Mitte April eine Plattform eröffnet, um mehr internationale Wissenschaftler ins Land zu holen.
"Ohne freie Wissenschaft verlieren wir, was das Herz der westlichen liberalen Demokratien ausmacht", betonte Macron. Er appellierte an Forscherinnen und Forscher aus aller Welt, die an diese freie Wissenschaft glauben, nach Europa zu kommen und dort zu arbeiten, zu forschen und zu lehren.
Laut einer Ende März im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Umfrage denken mehr als 75 Prozent der Wissenschaftler in den USA über einen Wegzug ins Ausland nach. Der renommierte Philosoph und Faschismus-Forscher Jason Stanley von der US-Eliteuniversität Yale beispielsweise hatte mit seiner Ankündigung für Aufsehen gesorgt, wegen Trump an ein Institut im kanadischen Toronto zu wechseln.
T.Sanchez--AT