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Prozess gegen Journalistin wegen "Rechtfertigung von Terrorismus" in Moskau
In Moskau hat am Montag der Prozess gegen die russische Journalistin Nadeschda Keworkowa wegen der "Rechtfertigung von Terrorismus" begonnen. Keworkowa habe "öffentlich Terrorismus gerechtfertigt und dazu aufgerufen", hieß es in der Anklageschrift. Ziel der 66-Jährigen sei es gewesen, "die öffentliche Meinung zu beeinflussen". Keworkowa drohen bis zu sieben Jahre Haft.
Die Vorwürfe drehen sich um zwei Nachrichten, die Keworkowa 2018 und 2020 im Onlinedienst Telegram veröffentlichte. Die eine betraf ein islamistisches Attentat auf die Stadt Naltschik im Süden Russlands von 2005, die andere die Taliban. Die Nahost-Spezialistin war im vergangenen Mai festgenommen worden. Laut ihrem Anwalt könnte das Urteil in den nächsten Tagen fallen.
Zu dem Gerichtstermin in Moskau kamen rund 20 Personen, darunter auch einige Journalisten, um die 66-Jährige zu unterstützen. Keworkowa hatte in der Vergangenheit für die unabhängige Zeitung "Nowaja Gaseta" aber auch für den kremlnahen Fernsehsender Russia Today gearbeitet.
Die Pressefreiheit in Russland ist seit Längerem stark eingeschränkt. Seit Beginn der Ukraine-Offensive gehen die Behörden noch stärker gegen unabhängige Journalistinnen und Journalisten vor.
K.Hill--AT