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Syriens Übergangsregierung startet "großanlegten" Einsatz gegen Assad-Anhänger
Angesichts der schweren Kämpfe gegen Anhänger des gestürzten Machthabers Baschar al-Assad hat die syrische Übergangsregierung laut Sicherheitskreisen einen "großangelegten" Einsatz im Westen des Landes gestartet. Wie das Verteidigungsministerium in Damaskus am Freitag mitteilte, wurden zusätzliche Kräfte in die Küstenregion um Latakia und Tartus geschickt. Der Einsatz ziele auf "die Überreste von Assads Milizen und ihre Unterstützer", hieß es laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana aus Sicherheitskreisen.
Bei den bisher schwersten Kämpfen zwischen Kräften der islamistischen Übergangsregierung und Assad-Anhängern seit dem Sturz des syrischen Machthabers im Dezember wurden binnen 24 Stunden seit Donnerstag über 70 Menschen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Sie fügte später hinzu, syrische Regierungstruppen hätten mindestens 52 Alawiten in der Provinz Latakia "hingerichtet".
Die Region im Westen ist mehrheitlich von Mitgliedern der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnt, der auch der gestürzte Machthaber Assad angehört. Während der jahrzehntelangen Herrschaft des Assad-Clans waren dort die Hochburgen von dessen Anhängern. Seit ihrer Machtübernahme hat die neue syrische Führung wiederholt versichert, die Minderheiten im Land zu schützen. Die Alawiten fürchten jedoch Vergeltungsmaßnahmen gegen ihre Gemeinschaft.
Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seit Donnerstag mindestens 71 Menschen bei den Gefechten getötet. Darunter sind demnach 35 Soldaten und weitere Sicherheitskräfte, die von den Assad-treuen Kämpfern getötet worden seien. Hinzu kämen 32 der Kämpfer und vier Zivilisten, die von Regierungskräften getötet worden seien. Zudem gibt es den Angaben zufolge Dutzende Verletzte und Gefangene auf beiden Seiten. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten in Syrien.
Die Regierungskräfte erklärten laut Sana, den ehemaligen General Ibrahim Huweidscha festgenommen zu haben, der für "hunderte Morde" zu Zeiten des Assad-Regimes verantwortlich sein soll.
Zivilisten berichteten am Freitag von andauernden Kämpfen. "Wir haben die ganze Nacht lang Schüsse und Explosionen gehört", sagte ein Bewohner der bei Latakia gelegenen Stadt Dschabla. In Latakia, Tartus und in der weiter im Landesinneren gelegenen Provinz Homs waren Ausgangssperren ausgerufen worden.
Indes verurteilte das saudiarabische Außenministerium im Onlinedienst X die "Verbrechen gesetzloser Gruppen in der Syrischen Arabischen Republik und die Angriffe auf Sicherheitskräfte". Riad bekräftigte zudem seine weitere Unterstützung für die neuen Machthaber in Syrien.
W.Stewart--AT