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Moskau lehnt vorübergehende Waffenruhe ab - Ukraine meldet vier Tote bei Angriff auf Hotel
Bei einem russischen Angriff auf ein Hotel in der Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Krywyj Rih, sind Behördenangaben zufolge vier Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden. In der Stadt Sumy wurde bei einem Angriff auf ein Lagerhaus ein weiterer Mensch getötet, wie die Behörden am Donnerstag erklärten. Russland lehnte indes eine vorübergehende Waffenruhe in der Ukraine ab.
Laut den ukrainischen Behörden wurden bei dem Angriff in der zentralukrainischen Stadt neben dem Hotel auch 14 Wohnhäuser sowie ein Postamt, rund zwei Dutzend Autos, zwölf Geschäfte und eine Kultureinrichtung beschädigt.
Selenskyj schrieb in Onlinenetzwerken, kurz vor dem Angriff auf das Hotel hätten dort Freiwillige einer humanitären Organisation eingecheckt. Die Menschen aus der Ukraine, den USA und Großbritannien hätten überlebt. Der ukrainische Präsident forderte, der Druck auf Russland, "diesen Krieg zu beenden und den Terror gegen das Leben zu beenden", dürfe nicht nachlassen.
Krywyj Rih ist Selenskyjs Heimatstadt und steht seit dem Beginn des Krieges unter anhaltendem Beschuss. Sie liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich der Frontlinie und zählte vor dem Krieg mehr als 600.000 Einwohner.
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe mit zwei Raketen und mehr als 100 Drohnen angegriffen. Die Luftverteidigung habe 68 der russischen Drohnen abgeschossen.
Russland setzt seine Angriffe in der Ukraine ungeachtet der Aufnahme von Gesprächen zwischen Washington und Moskau über eine mögliche Beendigung des Krieges weiter fort. Am Donnerstag gab das russische Verteidigungsministerium die Einnahme der Ortschaft Andrijiwka in der ostukrainischen Region Donezk bekannt. Andrijiwka liegt nahe der Stadt Kurachowe, die im Dezember von russischen Truppen eingenommen worden war.
Mit Blick auf einen von Kiew und Paris vorgebrachten Vorschlag einer einmonatigen Unterbrechung der Angriffe aus der Luft und auf See erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, dieser sei "absolut inakzeptabel". "Feste Vereinbarungen für eine endgültige Einigung sind nötig", sagte sie.
Der Kreml begrüßte zudem eine Aussage von US-Außenminister Marco Rubio, wonach es sich bei dem Konflikt in der Ukraine um einen "Stellvertreterkrieg" handelt. Dies entspreche voll und ganz der vielfach geäußerten Position des russischen Präsidenten Wladimir Putin und seines Außenministers Sergej Lawrow, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
In einem Interview mit dem US-Sender Fox News hatte Rubio gesagt, der Konflikt in der Ukraine sei ein "Stellvertreterkrieg zwischen Atommächten - den USA, welche die Ukraine unterstützten, und Russland", und dass dieser beendet werden müsse. Damit übernahm Rubio eine Rhetorik, die seit Langem von Moskau genutzt wird.
Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump die Aussetzung der Militärhilfe für die Ukraine angeordnet. Am Mittwoch teilte dann Geheimdienstchef John Ratcliffe mit, auch die Übermittlung von Geheimdiensterkenntnissen an die Ukraine "pausiere" derzeit. Experten sehen die von den USA gelieferten Geheimdienstinformationen als entscheidend für den ukrainischen Abwehrkampf gegen die russischen Truppen.
Der französische Verteidigungsminister Sébastien Lecournu erklärte daraufhin, dass Frankreich dem von Russland angegriffenen Lande eigene Geheimdienstinformationen zur Verfügung stellen würde.
Die ukrainischen Oppositionspolitiker Petro Poroschenko und Julia Timoschenko schlossen indes eine Wahl in der Ukraine in Kriegszeiten aus. Zuvor hatte die US-Zeitung "Politico" berichtet, dass hochrangige Verbündete Trumps geheime Gespräche mit Timoschenko und hochrangigen Mitgliedern von Poroschenkos Oppositionspartei Europäische Solidarität über die Möglichkeit einer baldigen Präsidentschaftswahl geführt hätten.
In der Ukraine sind Wahlen unter dem derzeit herrschenden Kriegsrecht verboten. Trump hatte zuvor wie Russland kritisiert, dass Selenskyj "ohne Wahl" im Amt sei und eine rasche Abstimmung gefordert.
Poroschenko erklärte, sein Team sei stets "kategorisch gegen die Abhaltung von Wahlen während des Kriegs" gewesen und vertrete diese Haltung nach wie vor. Wahlen könnten nur im Fall einer Waffenruhe und Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit Sicherheitsgarantien für die Ukraine stattfinden.
Timoschenko erklärte ihrerseits, ihr Team verhandle "mit allen unseren Verbündeten, die in der Lage sind, so schnell wie möglich einen gerechten Frieden zu sichern". Bis dahin komme "die Abhaltung von Wahlen in der Ukraine nicht in Frage".
M.O.Allen--AT