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Tausende Menschen in Tel Aviv erweisen getöteter Geisel letzte Ehre
Tausende Menschen haben in Tel Aviv der in der Haft der Hamas getöteten Geisel Tsachi Idan die letzte Ehre erwiesen. Die Menschenmenge drängte sich am Freitag am Straßenrand, als der Trauerzug mit dem Leichnam Idans vorbeifuhr, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Zuvor hatte eine Trauerzeremonie für Idan im Fußballstadion des Vereins Hapoel Tel Aviv stattgefunden, dessen treuer Anhänger der Ingenieur gewesen war.
Auf dem großen Bildschirm im Stadion waren Bilder von Idan und seiner Familie zu sehen. Darüber stand geschrieben: "Tsachi Idan, unser Held." Hunderte Hapoel-Anhänger waren anwesend, vielen standen Tränen in den Augen. Viele Teilnehmer hielten die israelische Fahne oder das rote Banner des Klubs hoch.
Angehörige baten während der Zeremonie Idan um Verzeihung dafür, nicht seine Rückkehr als Lebender erreicht zu haben. Auch kritisierten sie die israelische Regierung dafür, sich nicht genügend für die Freilassung der Geiseln eingesetzt zu haben. "Entschuldige bitte, dass ich nicht laut genug geschrien habe (...) und dass der Staat Dich vergessen hat", sagte der Onkel des Toten, Yigal Idan.
Nach der Zeremonie fuhr der Trauerzug durch die Straßen von Tel Aviv in Richtung des 20 Kilometer entfernten Kibbuz Einat, wo Idan bestattet werden sollte.
Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hatte den Leichnam Idans sowie die sterblichen Überreste von drei weiteren Geiseln am Mittwoch übergeben. Im Gegenzug kamen 643 Palästinenser aus israelischen Gefängnissen frei. Es war der letzte Austausch dieser Art im Zuge der ersten Phase der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas.
Das Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu teilte mit, alle vier toten Geiseln seien nach den vorliegenden Informationen während ihrer Gefangenschaft im Gazastreifen "ermordet" worden.
Idan war am 7. Oktober 2023 während des Großangriffs der Hamas auf Israel, der den Gazakrieg ausgelöst hatte, aus dem Kibbuz Nahal Oz verschleppt worden. Er hatte mit seiner Familie in dem Kibbuz gelebt. Idan musste bei dem Überfall mitansehen, wie islamistische Kämpfer seine 18-jährige Tochter Maayan ermordeten.
T.Perez--AT