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Presserat erteilt 2024 so viele Rügen wie nie zuvor
Der Deutsche Presserat verzeichnet für 2024 wieder einen Höchststand an Rügen. Diese schärfste Sanktion wurde nach Angaben vom Mittwoch im vergangenen Jahr 86 Mal gegen Medien verhängt. Das waren 13 Rügen mehr als 2023, im bisherigen Rekordjahr. Besonders häufig - 38 Mal - wurden schwere Verstöße gegen die journalistische Sorgfalt beanstandet.
Dabei ging es den Angaben zufolge beispielsweise um mangelnde Recherche oder Überschriften, die nicht ausreichend von Tatsachen gedeckt waren. 27 Rügen wurden erteilt, weil der Persönlichkeitsschutz verletzt wurde - etwa wenn Redaktionen Fotos von Opfern von Straftaten zeigten und vorher nicht die Angehörigen um Erlaubnis fragten.
"Leserinnen und Leser reagieren sehr aufmerksam auf mögliche Fehler in der Berichterstattung", erklärte Presseratssprecher Manfred Protze.
Insgesamt seien beim Presserat im vergangenen Jahr 2215 Einzelbeschwerden eingegangen, ein Anstieg im Vergleich zum Jahr 2023. Damals waren es 1850 Beschwerden. 507 Beschwerden stufte der Presserat den Angaben nach schon in der Vorprüfung als offensichtlich unbegründet ein und bestätigte die Berichterstattung damit als presseethisch zulässig.
559 Beschwerden wurden in den Ausschüssen behandelt. Ein gutes Drittel davon sei schließlich als unbegründet eingestuft worden. Dabei sei es um pointierte Meinungsäußerungen gegangen.
Der Presserat ist die freiwillige Selbstkontrolle der Presse, eine gemeinsame Institution der Zeitungsverleger und der journalistischen Berufsverbände. Eine seiner Hauptaufgaben ist es, Missstände in den Medien zu beseitigen und Grundsätze für das Verhalten von Journalistinnen und Journalisten durchzusetzen.
Jede Leserin und jeder Leser kann sich beim Presserat beschweren. Dieser prüft die Beschwerde und spricht eventuell öffentlich eine Rüge gegen das jeweilige Medium aus.
M.King--AT