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Grüne Jugend dringt auf Kurskorrektur der Partei
Nach den Verlusten der Grünen bei der Bundestagswahl dringt deren Nachwuchsorganisation Grüne Jugend auf eine Kurskorrektur. "Wir werden diese Partei jetzt erneuern", sagte die Vorsitzende Jette Nietzard der "Süddeutschen Zeitung". Sie warf der Parteispitze eine falsche Wahlkampfstrategie vor.
"Die Linken wurden gewählt für Dinge, die die Grünen genauso im Wahlprogramm stehen haben", sagte Nietzard. "Im Wahlprogramm standen sehr gute Dinge. Dass das nicht immer die Grundlage im Wahlkampf war, finde ich bedauerlich." Das Spitzenpersonal der Partei habe sich jedoch für einen anderen Kurs entschieden, fügte sie hinzu, ohne Kanzlerkandidat Robert Habeck direkt zu nennen.
Der Grünen-Jugend-Spitze zufolge gibt es bei jungen Wählerinnen und Wählern einen tief sitzenden Frust über die Politik in Deutschland. "Junge Menschen fühlen sich massiv im Stich gelassen", sagte der Ko-Vorsitzende Jakob Blasel der "SZ". Das Wahlergebnis bei jungen Wählern drücke "eine Verzweiflung darüber aus, wie bisher Politik gemacht wird". Es gebe bei jungen Menschen den großen Wunsch nach "Disruption, nach grundsätzlicher Veränderung".
Die Grüne Jugend hofft demnach nun auf eine neue Rolle der Partei in der Opposition. "Wir können aus der Opposition heraus gesellschaftliche Debatten prägen. Die Regierung vor uns hertreiben", sagte Blasel. Der beste Beweis dafür sei der Erfolg der Klimabewegung 2019.
Allerdings müssten die Grünen mutiger wieder soziale und ökologische Themen setzen, verlangte er. "Der Mindestlohn muss auf 15 Euro steigen. Die Mieten dürften nicht weiter steigen. Und wir müssen den Gasausstieg erkämpfen", forderte Blasel.
Ch.P.Lewis--AT