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Russland: Ukrainischer Drohnenangriff auf Turkstream-Pipeline abgewehrt
Russland hat der Ukraine einen Drohnenangriff auf die Turkstream-Pipeline vorgeworfen, durch die russisches Erdgas über die Türkei nach Europa gelangt. Die ukrainische Armee habe am Samstag versucht, eine Verdichterstation der Gaspipeline in der Region Krasnodar im Süden Russlands mit neun Drohnen zu attackieren, teilte das russische Verteidigungsministerium am Montag mit.
Alle Drohnen seien abgeschossen worden, herabfallende Trümmer einer Drohne hätten kleinere Schäden verursacht. Ziel des Angriffs sei es gewesen, "die Gaslieferungen an europäische Länder zu unterbrechen", erklärte das Ministerium. Der Kreml warf der Ukraine "Energieterrorismus" vor.
Die Station befindet sich in dem Dorf Gai-Kodsor nahe der russischen Schwarzmeerküste, gegenüber der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge arbeitete die Anlage weiterhin normal, die Versorgung sei nicht unterbrochen worden.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach nach Angaben staatlicher Nachrichtenagenturen von einer "Fortsetzung des Energieterrorismus, den Kiew offenbar unter der Aufsicht seiner Freunde im Ausland seit langem verfolgt". Dies sei "sehr gefährlich für die europäischen Verbraucher", fuhr Peskow fort. Die Ukraine äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen aus Russland.
Die 2020 eingeweihte Turkstream-Pipeline verläuft 930 Kilometer unter dem Schwarzen Meer und verbindet die russische Küstenstadt Anapa mit dem türkischen Ort Kiyiköy an der Schwarzmeerküste. Von dort aus wird das Gas dann in die Balkanländer transportiert. Es ist die letzte aktive Pipeline, durch die russisches Gas nach Europa gelangt. Sie hat eine Kapazität von jährlich 31,5 Milliarden Kubikmetern.
Zu dem Ländern, die Gas aus Turkstream-Pipeline beziehen, gehört der EU-Mitgliedstaat Ungarn. Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto erklärte nach den Anschlagsvorwürfen gegen die Ukraine, die Sicherheit der Energieversorgung sei eine Frage der Souveränität. "Daher muss jede Handlung, die die Sicherheit unserer Energieversorgung bedroht, als Angriff auf die Souveränität angesehen werden", schrieb er im Onlinedienst Facebook.
Zum Jahreswechsel war der Transitvertrag für russisches Erdgas durch die Ukraine ausgelaufen, weil die Ukraine ihn nicht mehr verlängert hatte. Seit dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1991 war russisches Gas über Pipelines in der Ukraine nach Europa geliefert worden, wobei Moskau mit dem Gas und Kiew mit den Transitgebühren Einnahmen erzielten. Österreich und die Slowakei hatten Verträge für russisches Gas über die ukrainische Transitroute.
Die EU hat ihre Abhängigkeit von russischem Gas seit dem Beginn der russischen Militäroffensive in der Ukraine im Februar 2022 reduziert. Während die Importe durch Pipelines zurückgegangen sind, haben mehrere europäische Länder die Einfuhr von russischem Flüssiggas auf dem Seeweg erhöht.
E.Flores--AT