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Deutsche Industrieproduktion im März deutlich zurückgegangen
Die deutsche Industrie leidet unter den Folgen des Ukraine-Kriegs und der Corona-Pandemie: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden sank die Produktion im Produzierenden Gewerbe im März um 3,9 Prozent verglichen mit Februar und um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Einen stärkeren Rückgang innerhalb eines Monats gab es zuletzt inmitten der Corona-Krise im April 2020 mit minus 18,1 Prozent.
"Infolge anhaltender Einschränkungen durch die Corona-Krise und des Kriegs in der Ukraine haben viele Unternehmen wegen gestörter Lieferketten nach wie vor Probleme beim Abarbeiten ihrer Aufträge", fasste das Statistikamt am Freitag die Lage zusammen. Mit Bezug auf Daten des Münchner Ifo-Instituts hieß es, dass im März gut 80 Prozent der befragten Industrieunternehmen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen klagten.
Die Industrieproduktion - also das Produzierende Gewerbe ohne den Bereich Energie und ohne das Baugewerbe - sank im März gegenüber dem Vormonat Februar 2022 noch deutlicher um 4,6 Prozent. Die Energieerzeugung fiel um 11,4 Prozent niedriger als im Vormonat aus, nachdem sie im Februar mit plus 4,1 Prozent zum Januar noch deutlich gestiegen war. Die Schwankungen seien dabei "insbesondere auf Veränderungen innerhalb der Energieerzeugung aus Windkraft zurückzuführen", erklärte das Bundesamt. Die Bauproduktion lag im März hingegen um 1,1 Prozent höher als im Vormonat.
Das Bundeswirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne) wertete die aktuellen Zahlen als "herben Dämpfer" für die Industrieproduktion, der vor allem durch den russischen Krieg in der Ukraine bedingt sei. "Einerseits ist Deutschland als exportorientiertes Land überproportional von den Handelssanktionen gegenüber Russland betroffen", erklärte das Ministerium. "Andererseits sind auch wichtige Inputs im Produktionsprozess durch den Krieg in der Ukraine knapp geworden."
So machten beispielsweise fehlende Kabelbäume dem Kfz-Bereich zu schaffen - und generell würden durch die hohen Preise für Strom, Gas und Öl viele Produktionsprozesse "kurzfristig teurer", hieß es vom Ministerium. Der Ausblick sei angesichts des Kriegs derzeit "von großer Unsicherheit gekennzeichnet".
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte, dass die Industrie auch in den kommenden Monaten auf große Herausforderungen blicke. "Gerade Lieferkettenprobleme werden das Verarbeitende Gewerbe noch belasten", erklärte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. "Denn nicht nur der Krieg in der Ukraine sorgt für Engpässe und Preissprünge bei Energie, Rohstoffen und Vorleistungen, sondern auch die Lockdowns in China."
China betreibt seit Beginn der Corona-Pandemie eine strikte Zero-Covid-Strategie mit Lockdowns und umfangreichen Tests - doch Experten warnen zunehmend vor fatalen Folgen für die Konjunktur durch die Maßnahmen. Auch für die globale Wirtschaft hat der strikte Ansatz wegen der Probleme für Produktion und Lieferketten Folgen. Die chinesische Führung hatte am Donnerstag allerdings verlauten lassen, an der Strategie festzuhalten.
T.Sanchez--AT