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Kreml: Moskau wird Ziele in der Ukraine trotz westlicher Hilfen für Kiew erreichen
Die westlichen Hilfen für Kiew bremsen die russische Offensive in der Ukraine - das hat die Regierung in Moskau eingeräumt. Die USA, Großbritannien und die Nato tauschten "ständig Geheimdienst-Informationen mit den ukrainischen Streitkräften aus", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Ein "schneller Abschluss" des Einsatzes sei unmöglich. Die Vereinten Nationen schickten einen neuen Konvoi zur Evakuierung von Zivilisten aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol.
Das Teilen der Geheimdienstinformationen und die Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine trügen "nicht zu einer schnellen Beendigung der Operation" in der Ukraine bei, sagte Peskow. Russland werde dennoch all seine Ziele erreichen, betonte er.
Peskow reagierte damit auf einen Bericht der "New York Times", demzufolge von den USA an die ukrainische Armee gelieferte Geheimdienstinformationen zur Tötung mehrerer russischer Generäle beitrugen.
Eine Sprecherin des nationalen Sicherheitsrats der USA betonte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, Washington stelle "Informationen auf dem Schlachtfeld zur Verfügung, um den Ukrainern bei der Verteidigung ihres Landes zu helfen". Die US-Regierung stelle jedoch "keine Informationen mit der Absicht zur Verfügung, russische Generäle zu töten". Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar wurden in der Ukraine etwa ein Dutzend russische Kommandeure getötet.
Seit ihrem Rückzug aus dem Großraum Kiew Ende März konzentrieren sich Russlands Truppen bei ihren Angriffen auf den Osten und Süden der Ukraine. Inzwischen steht die russische Armee kurz davor, die vollständige Kontrolle über die strategisch und symbolisch wichtige Hafenstadt Mariupol zu übernehmen. Nach mehreren erfolgreichen Evakuierungsaktionen harren im dortigen Asow-Stahlwerk neben den verbliebenen ukrainischen Soldaten noch etwa 200 Zivilisten aus, wie Bürgermeister Wadym Boitschenko erklärte.
Die Vereinten Nationen schickten einen neuen Konvoi zum Asow-Stahlwerk. Die in der "blanken Hölle" festsitzenden Zivilisten könnten "hoffentlich" am Freitag in Sicherheit gebracht werden, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Martin Griffiths.
Russlands Staatschef Wladimir Putin sagte in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Naftali Bennett, die russische Armee sei "noch immer bereit, die Evakuierung von Zivilisten" auf aus dem Asow-Stahlwerk zu gewährleisten.
Die Ukraine hatte Moskau zuvor vorgeworfen, gegen die vereinbarte Feuerpause am Asow-Stahlwerk zu verstoßen. Die russischen Soldaten ließen die Evakuierung von Zivilisten nicht zu, sagte Swjatoslaw Palamar, ein Kommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, in einem Telegram-Video. Bereits vor drei Tagen seien russische Soldaten in den Industriekomplex eingedrungen, seither gebe es "heftige, blutige Kämpfe".
Der Kreml widersprach den ukrainischen Angaben. Peskow erklärte, die russischen Soldaten hielten die am Mittwoch angekündigte Feuerpause ein und die Fluchtkorridore zur Evakuierung von Zivilisten würden "funktionieren". Das Stahlwerk werde jedoch weiterhin belagert.
Den Vereinten Nationen und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) war es in den vergangenen Tagen in einem fünftägigen Evakuierungseinsatz gelungen, mehr als hundert Zivilisten aus dem Stahlwerk zu retten. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj konnten am Mittwoch insgesamt 344 Menschen aus Mariupol und Umgebung in Sicherheit gebracht werden.
Am Mittwochabend hatte Selenskyj den UN-Generalsekretär António Guterres um Hilfe bei der "Rettung" der verletzten Soldaten aus dem Asow-Stahlwerk gebeten. Am Donnerstag startete Selenskyj eine Crowdfunding-Kampagne, die weltweit Spenden für den Kampf der ukrainischen Armee gegen die russischen Truppen und den Wiederaufbau der Ukraine generieren soll. Die ukrainische Regierung werde "alle 24 Stunden" darüber informieren, wie das über die Website u24.gov.ua eingesammelte Geld eingesetzt werde, versprach Selenskyj.
Bei einer internationalen Geberkonferenz für die Ukraine in Warschau kamen am Donnerstag mehr als sechs Milliarden Euro zusammen. Der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki erklärte zum Abschluss der gemeinsam mit Schweden organisierten Veranstaltung, das Geld werde "zur Unterstützung der Ukraine und all jener eingesetzt, die der Ukraine helfen".
J.Gomez--AT