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Deutsche Exporte nach Russland eingebrochen - Ausfuhren insgesamt zurückgegangen
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und Chinas Null-Covid-Strategie haben den deutschen Außenhandel deutlich gebremst. Die Ausfuhren nach Russland sanken von Februar bis März um 62,3 Prozent auf einen Umfang von nur noch 900 Millionen Euro - insgesamt gingen die deutschen Exporte um 3,3 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Experten sehen gar die "Ruhe vor dem Sturm" und fürchten eine Abwärtsspirale.
Die Importe aus Russland - vor allem Kohle, Öl und Gas - gingen von Februar bis März nur um 2,4 Prozent zurück: auf 3,6 Milliarden Euro, wie das Statistikamt in Wiesbaden am Mittwoch weiter mitteilte. Insgesamt legten die Importe im Monatsvergleich um 3,4 Prozent zu - im Jahresvergleich betrug das Plus 20,3 Prozent. Der Wert lag im März bei 117,4 Milliarden Euro.
Der Wert der Ausfuhren insgesamt betrug im März 120,6 Milliarden Euro. Das waren 8,1 Prozent mehr als im März vor einem Jahr mitten in der Corona-Pandemie. Die Außenhandelsbilanz schloss daher mit einem Überschuss von 3,2 Milliarden Euro ab.
Die Ausfuhren deutscher Unternehmen in Staaten der EU sanken von Februar bis März um 1,7 Prozent auf 66,6 Milliarden Euro, wie die Statistiker weiter mitteilten. Die Exporte in Drittstaaten schrumpften sogar um 5,1 Prozent auf 54 Milliarden Euro. Die meisten Ausfuhren gingen den Angaben zufolge in die USA, ihr Wert betrug 11,5 Milliarden Euro im März.
Die meisten Importe kamen aus China nach Deutschland: Waren im Wert von 16,3 Milliarden Euro, fast 16 Prozent mehr als im Februar. Die Exporte in die Volksrepublik aus Deutschland dagegen sanken, nämlich um 4,3 Prozent. Das Land geht rigoros gegen die Corona-Pandemie vor, unter anderem mit strengen Lockdowns. Diese wiederum schaden der Wirtschaft, belasten die Lieferketten und haben unter anderem zu Rückstau im weltweit verkehrsreichsten Containerhafen in Shanghai geführt.
Der Industrieverband BDI erklärte, momentan herrsche noch "Ruhe vor dem Sturm". Über der deutschen Wirtschaft "ziehen angesichts des Ukraine-Kriegs und der Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung dunkle Wolken auf" und die Industrie befürchte eine Abwärtsspirale für die Exportwirtschaft. Schon jetzt stünden die Lieferketten unter Druck und ein drohendes Embargo für russische Gasimporte hätte weitere "unkalkulierbare soziale, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen".
Der Außenhandelsverband BGA beklagte ebenfalls, dass das Vorgehen Chinas gegen die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine den Außenhandel "massiv" belasten. "Die Unternehmen suchen in dieser Situation nach neuen Lieferanten, um noch gefüllte Auftragsbücher überhaupt abwickeln zu können", erklärte BGA-Präsident Dirk Jandura. Für die Mehrheit der Unternehmen sei eine kurzfristige Auswechslung von Lieferanten jedoch nicht möglich.
Zudem belasteten vor allem die hohen Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit, warnte der BGA. Die Regierung müsse daher die Diversifizierung der Lieferketten durch neue Handelsabkommen vorantreiben.
P.Hernandez--AT