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Französische Linksparteien schließen sich vor den Parlamentswahlen zusammen
Die französische Linkspartei La France Insoumise (LFI) hat ihr Ziel eines breiten Bündnisses linker Parteien für die Parlamentswahl im Juni fast erreicht: Nach einer Vereinbarung mit den Grünen standen am Dienstag auch die Verhandlungen mit Kommunisten (PCF) und Sozialisten (PS) kurz vor dem Abschluss. Die Sozialisten erklärten, sie seien nur "wenige Schritte" von einer historischen Einigung entfernt. Ihr Chefunterhändler Pierre Jouvet verwies aber auf einige noch strittige Punkte.
Der Verhandlungsführer der Kommunisten, Igor Zamichiei, erklärte vor einem Treffen in der Parteizentrale der Linken, die Verhandlungen seien "fast abgeschlossen". Beide Parteien hätten sich bereits über die Strategie, das Programm und den Zuschnitt der Wahlkreise verständigt.
Die französische Linke hat seit der Präsidentschaftswahl Rückenwind, weil ihr Kandidat Jean-Luc Mélenchon in der ersten Wahlrunde mit rund 22 Prozent auf den dritten Platz gekommen war. Früheren Führungsfiguren der Sozialisten, darunter Ex-Präsident François Hollande und Ex-Parteichef Jean-Christophe Cambadélis, gefällt die Annäherung von LFI und PS allerdings nicht.
Mélenchons Partei LFI und die Grünen (Europe Ecologie-Les Verts, EELV) hatten sich bereits in der Nacht zum Montag auf ein Wahlbündnis für die Parlamentswahl geeinigt. "Das ist außerordentlich, aber nun müssen die Wähler daraus einen historischen Sieg" machen, sagte der EELV-Vorsitzende Julien Bayou im Sender BFMTV.
Das Links-Bündnis soll dem Linkspopulisten Mélenchon über eine Mehrheit in der Nationalversammlung ins Amt des Premierministers verhelfen. Sollte dieser Plan aufgehen, würde dies dem wiedergewählten Staatschef Emmanuel Macron seine zweite Amtszeit massiv erschweren.
LFI und Grüne hatten in ihren Verhandlungen erbittert um Streitfragen wie die Haltung zur EU und die Aufteilung der Wahlkreise gerungen. Laut der Vereinbarung stehen den Grünen 100 Wahlkreise zu, von denen sie 30 gewinnen könnten. Die Kandidatin der Sozialisten, Anne Hidalgo, war in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl lediglich auf 1,8 Prozent gekommen, aber die Partei ist im ländlichen Raum recht gut verwurzelt.
Mélenchon strebt eine Mehrheit bei den Parlamentswahlen am 12. und 19. Juni an. Er will Premierminister werden, nachdem er in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl überraschend stark abgeschnitten hatte. Mit seinen rund 22 Prozent landete er hinter der Zweitplatzierten Marine Le Pen und verpasste nur knapp den Einzug in die Stichwahl.
W.Morales--AT