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Scholz und Parteivertreter in Deutschland zollen Biden für Rückzug Respekt
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat US-Präsident Joe Biden für dessen Rückzug von der Kandidatur für eine zweite Amtszeit Respekt gezollt. "Sein Entschluss, nicht noch einmal zu kandidieren, verdient Anerkennung", schrieb Scholz am Sonntagabend im Onlinedienst X. Scholz nannte Biden seinen "Freund". Der US-Präsident habe "viel erreicht: für sein Land, für Europa, die Welt", schrieb Scholz. Auch andere deutsche Politiker würdigten Biden für dessen Rückzug und dessen Verdienste.
Biden hatte am Sonntag angesichts der massiven Zweifel an seiner geistigen und körperlichen Fitness erklärt, nicht mehr für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Der 81-Jährige war im Januar 2021 als Präsident vereidigt worden, rund elf Monate später zog Scholz ins Kanzleramt ein. "Dank ihm ist die transatlantische Zusammenarbeit eng, die Nato stark, die USA ein guter und verlässlicher Partner für uns", schrieb Scholz auf X.
Bidens Ankündigung stieß parteiübergreifend auf Anerkennung. "Joe Biden hat mehr als fünf Jahrzehnte lang dem amerikanischen Volk gedient. Seine heutige Entscheidung verdient größten Respekt", schrieb CDU-Chef Friedrich Merz auf X. Grünen-Chefin Ricarda Lang schrieb ebenfalls bei X: "Joe Biden hat als Präsident seinem Land auf beeindruckende Art und Weise gedient. Und er tut es auch mit diesem Schritt. Mein größter Respekt!"
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), nannte Biden auf X in englischer Sprache einen "Präsidenten, dem wir in Europa und Deutschland viel zu verdanken haben". "Das Ende ist tragisch und wird seinem Lebenswerk nicht gerecht." Roth, der selbst vor Kurzem seinen Rückzug aus der Politik im kommenden Jahr angekündigt hatte, schrieb weiter, "es scheint in der Politik nicht leicht zu sein, den richtigen Moment zu finden, um Goodbye zu sagen".
Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmer nannte Bidens Entscheidung "klug, auch wenn es ihm natürlich schwer fallen muss". Die Demokraten müssten nun "den geeigneten Kandidaten oder die geeignete Kandidatin sofort auf den Weg schicken", sagte Strack-Zimmermann der Nachrichtenagentur AFP. "Noch können die Demokraten die Wahl für sich entscheiden." Biden sprach sich bereits für seine Stellvertreterin Kamala Harris als Kandidatin der Demokraten für die Präsidentschaftswahl im November aus.
Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), bescheinigte Biden "viel Mut". Er habe "damit wie in den dreieinhalb Jahren seiner Amtszeit Führung bewiesen", sagte Hardt der "Rheinischen Post".
D.Johnson--AT