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Parteitag der US-Republikaner: Frühere Trump-Rivalen auf der Bühne erwartet
Der Parteitag der US-Republikaner geht am Dienstag mit den Reden von Ex-Rivalen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump in die zweite Runde. Sprechen soll etwa die Ex-Botschafterin Nikki Haley, die sich ebenfalls um die Präsidentschaftskandidatur der Partei beworben hatte. Auch andere Konkurrenten des 78-Jährigen aus den Vorwahlen werden ihren Auftritt haben: Floridas Gouverneur Ron DeSantis und der Geschäftsmann Vivek Ramaswamy sollen sich am Dienstagabend ebenfalls an die Delegierten auf dem Parteitag richten.
Haley, die frühere Gouverneurin von South Carolina, war eigentlich nicht beim Parteitag in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin erwartet worden. Nur vier Monate zuvor hatte sie noch gesagt, die USA würden keine "weiteren vier Jahre Chaos" unter Trump "überleben". Doch nach den Schüssen auf Trump im US-Bundesstaat Pennsylvania sind die Karten neu gemischt: Einheit zeigen ist gefragt.
Trump hatte das Attentat bei einer Wahlkampfkundgebung am Samstag nur knapp überlebt. Der Ex-Präsident wurde von einer Kugel leicht am Ohr verletzt.
Am Montag betrat der Ex-Präsident mit einem Verband am rechten Ohr den Veranstaltungsort des Parteitags in Milwaukee. Er winkte den Teilnehmern zu, die ihm begeistert zujubelten, während im Hintergrund der patriotische Song "God Bless The USA" von Country-Sänger Lee Greenwood lief. Trump zeigte sich dort mit Senator J.D. Vance, den er kurz zuvor als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten benannt hatte.
Trump wurde kurz nach Beginn des Parteitags in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin von den Delegierten offiziell zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt - eine bloße Formalität, nachdem der Rechtspopulist die Vorwahlen der Partei haushoch gewonnen hatte. Seine Rede zur Annahme der Kandidatur soll Trump zum Parteitagsabschluss am Donnerstag halten.
Trump versuchte unterdessen, mit einem Anruf beim unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy Jr. zusätzliche Unterstützung zu gewinnen und zu sehen, ob dieser seine Kandidatur aufgeben und ihn unterstützen würde - ohne Erfolg. Robert F. Kennedy Jr. ist der Sohn des früheren Justizministers und Präsidentschaftsbewerbers Robert F. Kennedy, der 1968 wie fünf Jahre zuvor sein Bruder John F. Kennedy bei einem Attentat erschossen wurde.
In einer am Dienstag in den Onlinenetzwerken geleakten Aufnahme des Gesprächs zwischen Trump und Kennedy ist zu hören, wie Trump die sein Ohr streifenden Schüsse beschreibt. Es habe sich "angefühlt wie die größte Mücke der Welt", sagt er.
Indes drängten Demokraten darauf, die erneute Kandidatur des US-Präsidenten Joe Biden noch vor dem offiziellen Parteitag der Partei im August festzuzurren. Zwar hatte das Attentat auf Trump die Diskussionen bei den Demokraten über die gesundheitliche Eignung des 81-jährigen Biden als erneuter Präsidentschaftskandidat kurzzeitig verstummen lassen - doch unter der Oberfläche brodelt es weiter.
Bidens Wahlkampfteam beharrte nun darauf, dass eine virtuelles Treffen zur Nominierung schon vor dem Parteitag am 19. August nötig sei, da der republikanisch regierte Bundesstaat Ohio seine Frist für die Kandidaten auf den 7. August gelegt habe. Andernfalls drohe Biden, dass sein Name nicht auf dem Wahlzettel auftauche, hieß es.
Trump und Biden hatten sich Ende Juni ein erstes Fernsehduell vor der Präsidentschaftswahl im November geliefert, bei dem der Demokrat schlecht abschnitt. Seit seinem desaströsen Auftritt bei der TV-Debatte sieht sich Biden mit einer immer weiter anschwellenden Debatte in seiner Demokratischen Partei über seine mentale Eignung für das Präsidentenamt konfrontiert.
W.Moreno--AT