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UN-Klimasekretär warnt G20-Staaten vor wirtschaftlichen Auswirkungen der Klimakrise
UN-Klimasekretär Simon Stiell hat die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Erderwärmung gewarnt. "Das Klima zu vernachlässigen ist keine Lösung für eine Krise, die jede G20-Volkswirtschaft dezimieren wird und bereits begonnen hat, sie zu schädigen", sagte Stiell am Mittwoch in London. Zwar gebe es viele geopolitische Herausforderungen, dies könne aber "keine Entschuldigung für Zaghaftigkeit in dieser sich verschärfenden Krise sein", fügte er hinzu.
Der UN-Klimasekretär warnte, die Klimakrise rutsche auf der globalen Tagesordnung nach unten. Dabei brauche es einen Konsens darüber, wie den Entwicklungsländern geholfen werden kann, für saubere Energie zu bezahlen und auf extreme Wetterbedingungen zu reagieren.
Stiell forderte die G20 auf, ihre "finanzielle Feuerkraft" wie bei der globalen Finanzkrise vor 17 Jahren einzusetzen und "jetzt auf die Eindämmung von ausufernden Emissionen und den Aufbau von Anpassungsfähigkeit auszurichten".
Bis zur UN-Klimakonferenz im November in Baku werde "ein neues Abkommen über die Finanzierung des Kampfes gegen den Klimawandel zwischen Industrie- und Entwicklungsländern" gebraucht, forderte Stiell. "Ein Quantensprung bei der Klimafinanzierung in diesem Jahr ist sowohl unerlässlich als auch durchaus realisierbar", argumentierte der UN-Klima-Sekretär. Die G20 seien verantwortlich für 80 Prozent der klimaschädlichen Emissionen und müssten "im Mittelpunkt der Lösung stehen".
Das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus hatte am Dienstag mitgeteilt, den wärmsten März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen zu haben. Es war der zehnte Monat infolge, dass ein solcher weltweiter Temperaturrekord erreicht wurde.
Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die internationale Gemeinschaft vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung gerät dieses Ziel immer mehr außer Reichweite, eine dauerhafte Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze scheint absehbar.
Die Entwicklungsländer, mit Ausnahme Chinas, müssen bis 2030 jährlich schätzungsweise 2,4 Billionen Dollar (rund 2,23 Billionen Euro) aufwenden, um ihre Klima- und Entwicklungsprioritäten zu erfüllen. Arme Länder dringen auf eine Reform der von den westlichen Ländern geführten Finanzinstitutionen, um fairere Bedingungen und einen besseren Zugang zu Kapital für die Länder zu gewährleisten, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind.
Stiell forderte vor der Frühjahrstagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds nächste Woche in Washington, die Klimafinanzierung nicht "zwischen den Zuständigkeiten durchrutschen" zu lassen.
M.Robinson--AT