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Waldbrand südlich von Paris eingedämmt - Mehrere Verdächtige in Gewahrsam
Der Waldbrand in der grünen Lunge von Paris ist eingedämmt. Etwa 800 Feuerwehrleute waren nach Behördenangaben am Mittwoch noch im Einsatz, um das Feuer im Wald von Fontainebleau südlich von Paris weiter einzudämmen. Am Dienstagabend wurde ein Mann gefasst, der offenbar ein weiteres Feuer in der Region legen wollte. Die französische Umweltministerin Monique Barbut äußerte sich besorgt über die außergewöhnlich frühe und intensive Trockenheit im Land.
Der Brand im Wald von Fontainebleau war am Sonntag ausgebrochen und zerstörte seitdem fast 2000 Hektar. Etwa tausend Menschen wurden zwischenzeitlich in Sicherheit gebracht. Mittlerweile werde das Feuer an der Ausbreitung gehindert, sei aber noch nicht gelöscht, erklärten die Behörden. Den Brandbekämpfern standen demnach am Mittwoch noch drei Löschflugzeuge vom Typ Canadair zur Verfügung, eines weniger als am Vortag.
Von ursprünglich sechs im Zusammenhang mit dem Brand Festgenommenen waren vier am Dienstagabend noch in Polizeigewahrsam, wie die Staatsanwältin von Fontainebleau, Diane Ngomsik, mitteilte. Zu ihnen zählte ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Der 2007 geborene und damit 18 oder 19 Jahre alte Mann habe gestanden, mit einem Feuerzeug und Benzin Reisig angezündet zu haben.
Ein ebenfalls 2007 geborener Mann gab zu, an einer anderen Stelle durch das Wegwerfen eines Zigarettenstummels versehentlich ein Feuer ausgelöst zu haben. Am Dienstagabend wurde nach Angaben aus Polizeikreisen zudem ein 46-Jähriger auf einem für die Öffentlichkeit gesperrten Parkplatz erwischt, der zerknülltes Zeitungspapier und ein Feuerzeug in seinem Fahrzeug hatte.
Der Wald von Fontainebleau, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt, ist ein beliebtes Naherholungsziel für Pariser. Viele Menschen ignorieren die Verbote, im Wald zu zelten und zu grillen.
Die Vegetation und die Böden sind wegen der drei Hitzewellen seit Beginn des Jahres stark ausgetrocknet. Auch auf der Ferieninsel Korsika brachen in den vergangenen Tagen Waldbrände aus. Seit Jahresbeginn wurden bei Wald- und Flächenbränden in Frankreich bereits 32.000 Hektar Land zerstört - mehr als doppelt so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.
Die Hitzewellen ließen zudem die Zahl der Badeunfälle steigen, da zahlreiche Menschen Erfrischung in nicht überwachten Gewässern suchten. Seit dem 19. Juni seien in Frankreich 142 Menschen ertrunken, teilte Sportministerin Marina Ferrari am Mittwoch mit. Mehr als die Hälfte der Unfälle habe sich an Orten ereignet, wo Schwimmen nicht erlaubt sei.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hitzewellen, die Waldbrände befördern, infolge des menschengemachten Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zunehmen.
Die französische Umweltministerin Barbut bezeichnete den verbreiteten Wassermangel im Land am Mittwoch als "sehr besorgniserregend". Die gegenwärtige Dürre habe "außergewöhnlich früh" begonnen und sei auch in ihrem Ausmaß ungewöhnlich. Dies sei umso besorgniserregender, als die Regenmenge im Frühling "innerhalb der normalen Bandbreite" gelegen habe. Der Klimawandel verursache "eine tiefgreifende Störung des Wasserkreislaufs", erklärte Barbut.
Laut der Ministerin führte die verbreitete Trockenheit zu für diese Jahreszeit ungewöhnlich häufigen Einschränkungen der Wassernutzung. So viele Einschränkungen durch die Kommunen habe es seit mindestens 2013 nicht gegeben, erklärte Barbut.
T.Perez--AT