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US-Republikanerin Nikki Haley gewinnt wichtiges Unterstützer-Netzwerk
Die republikanische US-Präsidentschaftsbewerberin Nikki Haley hat im Vorwahlrennen ihrer Partei einen wichtigen Unterstützer gewonnen und ist damit weiter im Aufwind: Das einflussreiche und mit viel Geld ausgestattete Netzwerk des konservativen Milliardärs Charles Koch stellte sich am Dienstag hinter die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Die 51-Jährige sei "die beste Wahl für unser Land", erklärte der politische Arm des Netzwerks, die Organisation Amerikaner für Wohlstand.
Die einstige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolina könne eine neue politische Ära einleiten, die in eineinhalb Monaten startenden Vorwahlen der Republikaner gewinnen und den demokratischen Präsidenten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl im November 2024 besiegen, schrieb eine ranghohe Vertreterin der Organisation, Emily Seidel, in einem Memo. Deswegen sei die Organisation Amerikaner für Wohlstand "stolz", sich voll hinter die 51-Jährige zu stellen.
Haley zeigte sich in einer Erklärung "geehrt" über die Unterstützung der Organisation. Bei den Wahlen stehe "zu viel auf dem Spiel, um tatenlos von der Seitenlinie aus zuzusehen".
Die konservative Politikerin hat in Umfragen zum Vorwahlrennen der Republikaner in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt. Sie streitet inzwischen mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis um den zweiten Platz hinter Ex-Präsident Donald Trump. Allerdings ist der Abstand zu Trump riesig: Der rechtspopulistische Ex-Präsident kommt in Umfragen im Schnitt auf rund 60 Prozent, Haley liegt bei rund zehn Prozent und DeSantis bei rund 13 Prozent.
Vor dem Startschuss der Republikaner-Vorwahlen am 15. Januar im Bundesstaat Iowa erhält Haley aber durch die Unterstützung des Koch-Netzwerks wichtigen Rückenwind. Der unter anderem im Erdölgeschäft aktive Charles Koch hat großen politischen Einfluss, sein Netzwerk kann im Wahlkampf hunderte Millionen Dollar an Spendengeldern und zahlreiche Wahlhelfer im ganzen Land mobilisieren.
Trump ist bei der rechten Basis zwar nach wie vor äußerst populär, im republikanischen Partei-Establishment und bei konservativen Spendern gibt es aber große Vorbehalte gegen den 77-Jährigen. Dort wird befürchtet, der umstrittenste US-Präsident der vergangenen Jahrzehnte könnte angesichts seiner Unbeliebtheit in weiten Teilen der Bevölkerung die Präsidentschaftswahl 2024 gegen Biden verlieren - so wie bereits bei der Präsidentschaftswahl 2020.
Die Frage ist allerdings, wer es bei den Vorwahlen der Republikaner mit Trump aufnehmen könnte. Galt DeSantis lange Zeit als gefährlichster Trump-Rivale, nimmt Haley nun diese Rolle für sich in Anspruch. Auch Milliardär Koch setzt jetzt auf die 51-Jährige.
DeSantis' Wahlkampfteam reagierte am Dienstag sarkastisch auf die Unterstützung des Koch-Netzwerks für Haley: "Jeder Dollar" für Haleys Wahlkampf sei in Wirklichkeit ein Dollar für Trump, weil die frühere Botschafterin und Gouverneurin keine Chance gegen den Ex-Präsidenten habe. Nur DeSantis könne es mit dem "Establishment" aufnehmen.
D.Lopez--AT