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Präsident Emmerson Mnangagwa hofft bei Wahl in Simbabwe auf zweite Amtszeit
Überschattet von Manipulationsvorwürfen haben im südafrikanischen Simbabwe am Mittwoch Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattgefunden. Beobachter rechneten mit einer Wiederwahl des 80-jährigen Präsidenten Emmerson Mnangagwa und seiner seit Jahrzehnten regierenden ZANU-PF. Einige der Wahllokale öffneten mit Verzögerungen; die Opposition berichtete von Einschüchterungsversuchen der Wähler. Die Wahlergebnisse müssen innerhalb von fünf Tagen veröffentlicht werden.
In dem Armenviertel Mbare nahe der Hauptstadt Harare standen viele Wähler schon am Morgen vor den mehr als einem Dutzend Wahllokalen Schlange. Landesweit waren rund 6,6 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Wählerin Diana Office betonte, sie glaube nicht an eine Veränderung. "Ich bin nur hier, um meine Rechte wahrzunehmen", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.
Für einen sofortigen Sieg benötigt Amtsinhaber Mnangagwa die absolute Mehrheit der Stimmen, ansonsten kommt es zu einer Stichwahl. Bei der Abgabe seiner Stimme in seinem Heimatort Kwekwe gab sich der 80-Jährige, der den Spitznamen "das Krokodil" trägt, siegessicher. "Ich wäre dumm, wenn ich nicht davon ausgehen würde, (die Wahl) zu gewinnen", sagte er vor Journalisten.
Mnangagwas Herausforderer war der 45-jährige Oppositionsführer Nelson Chamisa von der Bürgerkoalition für den Wandel (CCC). Deren Sprecherin Fadzayi Mahere lobte zwar die "starke Wahlbeteiligung", prangerte aber auch Einschüchterungsversuche durch die Regierungspartei ZANU-PF an. Deren Mitglieder seien in einigen Wahllokalen aufgetaucht, um Angst zu verbreiten und die Wähler zur Stimmenabgabe für den Machthaber aufzufordern, sagte sie. "Die Regierung ist in Panik."
Die vor allem in den Städten starke Opposition hofft auf die Stimmen von Protestwählern, die angesichts einer desaströsen Wirtschaftslage mit einer Rekordarbeitslosigkeit, hoher Inflation und zunehmender Armut auf einen Wechsel hoffen. Nach einer monatelangen Kampagne der Regierung gegen die Opposition mit Verhaftungen und dem Verbot von Treffen gingen jedoch nur wenige von einem Sieg Chamisas aus.
Schon vor der Wahl hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einen "fehlerhaften" Prozess vorausgesagt und Unregelmäßigkeiten in den Wählerlisten angeprangert. Zudem äußerte die Organisation Befürchtungen über Betrug bei der Auszählung der Stimmzettel.
Die Wahlkommission erklärte am Mittwoch, dass wegen logistischer Verzögerungen nur 23 Prozent der Wahllokale in Harare, der Hochburg der Opposition, pünktlich öffnen konnten. Die Befürchtungen einer Manipulation seien jedoch das "Ergebnis einer blühenden Fantasie", sagte der stellvertretende Leiter der Behörde, Rodney Kiwa, AFP. "Sollte es Probleme geben, werden wir sie regeln."
Simbabwe wird seit der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien 1980 von der ZANU-PF beherrscht. Zunächst war 37 Jahre lang der Autokrat Robert Mugabe an der Macht. Als das Militär 2017 gegen den Staatschef putschte, kam Mugabes Vize Mnangagwa ins Amt.
Th.Gonzalez--AT