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UNO: Mehr als 2400 Tote in diesem Jahr durch Bandengewalt in Haiti
Durch Bandengewalt in Haiti sind nach UN-Angaben allein in diesem Jahr mehr als 2400 Menschen getötet worden. Dazu kommen mehr als 900 Verletzte und 951 Verschleppungen, wie das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Freitag mitteilte. Erst in dieser Woche hatten Aktivisten 30 Tote nach Ausschreitungen in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince gemeldet. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte die Entsendung einer internationalen Truppe, um die Lage zu stabilisieren.
"Die Berichte aus Haiti in dieser Woche unterstreichen die extreme Brutalität der Gewalt gegen die Bevölkerung", sagte die Sprecherin des UN-Hochkommissariats, Ravina Shamdasani, in Genf. Wie das örtliche Netzwerk für die Verteidigung der Menschenrechte (RNDDH) am Donnerstag erklärt hatte, wurden bei Bandenangriffen im Viertel Carrefour-Feuilles im Süden von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince 30 Menschen getötet. Zudem gab es demnach mehr als ein Dutzend Verletzte, vier Menschen gelten als vermisst. Unter den Toten sind dem Netzwerk zufolge auch zwei Polizisten.
Bereits am Dienstag waren tausende Menschen vor den Angreifern geflohen. Mit Taschen und Koffern beladen verließen die Bewohner die Stadt zu Fuß, auf Motorrädern oder in Autos gedrängt, wie ein AFP-Journalist beobachtete. Die Bandenmitglieder plünderten Häuser und zündeten sie an. Einige Bewohner sollen erschossen worden sein.
Das Viertel Carrefour-Feuilles wird nach Angaben der Polizei regelmäßig von Mitgliedern einer Bande angegriffen, die von Renel Destina - auch bekannt als Ti Lapli - angeführt wird, der von der US-Bundespolizei FBI gesucht wird. Nach Angaben der UNO sind dort Gewaltverbrechen wie Entführungen zur Erpressung von Lösegeld, Autodiebstähle, Vergewaltigungen und Raub an der Tagesordnung. Banden kontrollieren rund 80 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince.
Der UN-Menschenrechtsbeauftragte Türk forderte die Entsendung einer multinationalen Truppe, die nicht der UNO angehört, um die örtliche Polizei in der "ernsten Sicherheitslage und bei der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung" zu unterstützen. Das Leiden der haitianischen Bevölkerung müsse gelindert werden, sagte er.
Der Karibikstaat Haiti leidet seit Jahren unter einer humanitären Krise, zu der neben der Bandengewalt auch politische Instabilität und wirtschaftliche Stagnation beitragen. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der auf humanitäre Hilfe angewiesenen Menschen in dem Land UN-Angaben zufolge verdoppelt. Die Ermordung von Präsident Jovenel Moise im Jahr 2021 verschlimmerte die Sicherheitslage dramatisch.
H.Gonzales--AT