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Erstes Frachtschiff verlässt Schwarzmeerhafen Odessa über neuen Korridor
Trotz Warnungen aus Moskau ist ein erster Frachter aus dem Hafen in Odessa im Süden der Ukraine ausgelaufen. Angaben aus Kiew zufolge befuhr das Containerschiff "Joseph Schulte" einen der Korridore, die im Schwarzen Meer für zivile Schifffahrt eingerichtet wurden. Unterdessen wurden bei russischen Drohnenangriffen auf zwei Donau-Häfen in der Region Odessa Lagerhäuser und Getreidespeicher beschädigt.
Kiew hatte vor knapp einer Woche auf dem Schwarzen Meer Seewege für Handelsschiffe geöffnet - trotz der russischen Drohung, jedes Schiff, das die ukrainischen Häfen ansteuert oder verlässt, angreifen zu wollen. Der nun ausgelaufene Frachter fährt unter der Flagge Hongkongs und war das erste Schiff, das Odessa seit dem 16. Juli verlassen hat.
Russland war Mitte Juli aus dem Getreideabkommen ausgestiegen, das der Ukraine trotz des Krieges den Transport von Getreide über das Schwarze Meer ermöglicht hatte. Seitdem griff Moskau verstärkt die ukrainische Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer und an der Donau an.
In der Nacht zu Mittwoch wurden bei russischen Drohnenangriffen auf Donau-Häfen in der Region Odessa ukrainischen Angaben zufolge Lagerhäuser und Getreidespeicher beschädigt. Der Vorfall löste auch im benachbarten Rumänien Empörung aus. Sie verurteile die russischen Angriffe auf die Häfen Reni und Ismail aufs Schärfste, erklärte Rumäniens Außenministerin Luminita Odobescu.
Die Donau-Häfen an der Grenze zu Rumänien sind seit dem Austritt Russlands aus dem Getreideabkommen wichtige Umschlagplätze für ukrainische Getreideexporte.
Unterdessen meldete die Ukraine die Rückeroberung der Ortschaft Uroschajne in der russisch besetzen Region Donezk im Osten des Landes. Weiter östlich in der Region versuchten ukrainische Streitkräfte zudem, russische Truppen aus der vom Krieg zerstörten Stadt Bachmut zurückzudrängen.
"Die Offensive geht weiter", erklärte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar. Im Juni hatte die Ukraine ihre seit Monaten erwartete Gegenoffensive gestartet und eigenen Angaben zufolge bislang mehrere Dörfer im Osten und Süden des Landes zurückerobert.
Moskau reagierte zunächst nicht auf die Angaben Kiews zur Einnahme des Dorfes Uroschajne. Noch am Dienstag hatte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärt, trotz der Waffenlieferungen aus dem Westen seien die militärischen Ressourcen der Ukraine "fast erschöpft".
Das russische Verteidigungsministerium meldete derweil die Abwehr eines ukrainischen Drohnenangriffs südwestlich der Hauptstadt Moskau. Demzufolge wurden in der Region Kaluga drei Drohnen durch die Luftabwehr zerstört. Verletzte habe es nicht gegeben. Beim Beschuss der Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine starb russischen Angaben zufolge ein Mann, zwei weitere Menschen wurden verletzt.
Russische Grenzregionen waren in den vergangenen Monaten mehrfach unter Beschuss geraten. Auch die 500 Kilometer von der Grenze entfernte russische Hauptstadt Moskau war wiederholt das Ziel von Drohnenattacken.
F.Wilson--AT