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Verdächtige des Bombenanschlags in St. Petersburg wegen Terrorismus angeklagt
Eine nach dem tödlichen Bombenanschlag auf den bekannten russischen Militärblogger Wladlen Tatarski in St. Petersburg festgenommene 26-Jährige ist wegen Terrorismus angeklagt worden. Das für schwere Straftaten zuständige russische Ermittlungskomitee erklärte am Dienstag, Darya T. habe bei dem Vorfall in einem Café auf Anordnung von "in der Ukraine ansässigen Personen" gehandelt und "einen Terroranschlag durch eine organisierte Gruppe" verübt.
Tatarski war bei der Explosion am Sonntag getötet worden, Dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Tatarski, dessen wahrer Name Maxim Fomin ist, unterstützte den Angriff in der Ukraine und hatte in den Online-Netzwerken mehr als eine halbe Million Abonnenten. Die junge Frau habe eine mit Sprengstoff versehene Figur in ein Café nahe des historischen Stadtzentrums gebracht und sie Tatarski überreicht, erklärte das Ermittlungskomitee.
Am Montag hatten das Ermittlungskomitee und das russische Anti-Terror-Komitee erklärt, Anhänger des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hätten der Ukraine bei dem Anschlag auf den Militärblogger geholfen. Die 26-Jährige hat zugegeben, die Figur mitgebracht zu haben, aber keine Verbindungen zur Ukraine erwähnt.
Politischen Beobachtern zufolge könnte der Bombenanschlag dafür genutzt werden, um ein weiteres hartes Durchgreifen gegen Kritiker von Moskaus Offensive zu rechtfertigen.
Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew warf der bedrängten Opposition des Landes im Onlinedienst Telegram vor, gegen gewöhnliche Bürger "einen Krieg zu führen" und "ihre Landsmänner hinzurichten". "Terroristen" sollten "ausgerottet werden wie tollwütige Hunde", schrieb Medwedew, der Vizevorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist. Die Ukraine hat Gegner der russischen Regierung für die Explosion verantwortlich gemacht.
Der Chef der Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, sagte in einem von seinem Sprecherteam veröffentlichten Video, er sei von der umkämpften Stadt Bachmut an der Front in der Ostukraine nach St. Petersburg gekommen, um das Andenken Tatarskis zu "ehren". "Wladlen Tatarski versuchte, die Gesellschaft zu einen, um gegen den äußeren Feind zu kämpfen", sagte Prigoschin mit Blick auf die Nato und die Ukraine auf dem ausgebombten Grundstück des Cafés.
Er kritisierte, dass ranghohe Vertreter der Stadt St. Petersburg und der Gouverneur nicht den Tatort besucht hätten. Sie seien unfähig, junge Menschen für den Kampf gegen das "Böse" zu mobilisieren. Der Wagner-Chef traf sich auch mit der Gruppe Cyber Front Z und sagte ihr Unterstützung zu. Die sich für die Ukraine-Offensive einsetzende Gruppe hatte in dem Café eine Konferenz ausgerichtet, bei der Tatarski sprechen sollte. Nach Prigoschins Angaben war er früher der Besitzer des Cafés, hat es mittlerweile aber an Cyber Front Z übergeben.
M.Robinson--AT