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Australien verbietet Tiktok auf Diensthandys von Regierungsbeschäftigten
Immer mehr Länder verbannen die chinesische Video-Plattform Tiktok von staatlichen Dienstgeräten: Nach Ländern wie den USA, Großbritannien, Kanada und Neuseeland will nun auch Australien die Nutzung der App auf Diensthandys von Beschäftigten der Regierung verbieten. Aus dem Justizministerium hieß es am Dienstag, die Entscheidung erfolge auf Empfehlung der australischen Geheimdienste und werde "so bald wie möglich" umgesetzt. China verurteilte das Verbot.
In einem Sicherheitshinweis heißt es, Tiktok berge "erhebliche Sicherheits- und Datenschutzrisiken", die sich aus der "umfangreichen Sammlung von Nutzerdaten" ergeben würden. Über Ausnahmen für das Tiktok-Verbot auf Dienstgeräten der Regierung solle "Fall für Fall" entschieden werden, hieß es weiter aus dem Justizministerium. Voraussetzung seien "angemessene Sicherheitsvorkehrungen".
China verurteilte das Verbot und teilte mit, es habe seine Unzufriedenheit bei den australischen Behörden über die Entscheidung zum Ausdruck gebracht. "Wir fordern die australische Seite auf, sich (...) an die Regeln der Marktwirtschaft und die Grundsätze des freien Wettbewerbs zu halten und chinesischen Unternehmen ein faires, transparentes und nicht diskriminierendes Geschäftsumfeld zu bieten", sagte die chinesische Außenamtssprecherin Mao Ning.
Tiktok ist mit mehr als einer Milliarde Nutzerinnen und Nutzern weltweit besonders in der jüngeren Generation beliebt. Der Kurzvideodienst hat bereits andere Netzwerke wie Youtube, Twitter, Instagram und Facebook hinsichtlich der auf ihnen verbrachten Zeit überholt. Viele Regierungsbehörden wollten Tiktok zunächst nutzen, um mit jüngeren Bevölkerungsgruppen in Kontakt zu treten, die über traditionelle Medienkanäle nur schwer zu erreichen sind.
Die von einem chinesischen Unternehmen betriebene Videoplattform Tiktok ist umstritten. Ende Februar hatte das Weiße Haus bereits eine Entfernung der App von allen Dienstgeräten der US-Bundesbehörden angeordnet. Auch Frankreich, die Niederlande und die EU-Kommission haben ähnliche Entscheidungen getroffen.
Fachleute warnen davor, dass die App von der Kommunistischen Partei Chinas für Spionage- oder Propagandazwecke benutzt werden könnte. Die chinesische Regierung hatte vergangenen Monat bestritten, chinesische Unternehmen zur Herausgabe von im Ausland gesammelten persönlichen Nutzerdaten zu drängen.
L.Adams--AT